Stress: Welche Arten gibt es & ist jeder Stress schädlich?

„Stress“ hat sich in unserem Alltag zum treuen Begleiter entwickelt, von dem so ziemlich jeder ein Liedchen singen kann. Termine, Verpflichtungen, Zeitdruck…da bleibt ein ‚Leben ohne Stress‘ wohl nur ein frommer Wunsch. Aber wäre dieser Zustand wirklich so erstrebenswert? Schaut man einmal genau hin, gibt es durchaus verschiedene Formen von Stress und so mancher Stressfaktor ist für uns keinesfalls schädlich, sondern spornt uns viel mehr an, verhilft uns zu mehr Leistungsfähigkeit, schützt uns oder schenkt uns schlicht etwas Würze für unser Leben. Wir schauen uns die verschiedenen Arten von Stress einmal an und verraten Ihnen, wie Sie den ‚guten‘ vom ‚schlechten‘ Stress unterscheiden lernen.

Eustress vs. Disstress – Ein bisschen Stress muss sein…

Grob gesprochen unterscheidet man Stress in zwei grundlegend verschiedene Formen: den Eustress, den Experten als positiven Einfluss werten, der Kräfte weckt, die Kreativität stärkt und eine enorme Motivationskraft entwickeln kann und den Disstress, der jene Form des negativen Stresses beschreibt, die uns überfordert, ermüdet und irgendwann krankmacht.

So präsent und viel diskutiert die Form des Disstresses ist, so selten wird der positive Einfluss von Eustress auf unser Leben hervorgehoben. Denn ein bisschen Stress schadet absolut nicht. Im Gegenteil, er macht eine Menge Sinn: Ein bisschen Druck hier und die eine oder andere Schrecksekunde da stellen sicher, dass wir richtig funktionieren. Er sorgt dafür, dass wir Gefahren erkennen, in brenzligen Situationen etwas schneller, besser und effektiver funktionieren und nicht zuletzt auch dafür, dass uns das Leben nie langweilig wird.

Leider klappt es heute immer seltener, Eustress und Disstress in einem gesunden Zusammenspiel zu halten. Stattdessen nimmt der negative Stress überhand, sorgt für Überforderung, Gereiztheit, Frustration und nicht selten sogar ernsthaften Krankheiten, wie Herzproblemen, Magengeschwüren oder Depressionen.

Was stresst den Körper und wie vermeide ich diesen Stress?

Kurz gesagt: Die Menge macht das Gift. Stehen wir für eine kurze Phase, oder auch regelmäßig, aber mit regelmäßigen Pausen zur Entspannung und Relaxation unter Strom, stresst das unseren Körper nicht übermäßig. Der Körper mobilisiert alle Kräfte, funktioniert und meistert die Situation. Nach diesem Kraftakt braucht er aber eine Stress-Pause. Reserven müssen aufgefüllt, Stresshormone abgebaut und ein entspannter Normalzustand zurückerlangt werden. Fehlen diese Phasen, wird aus positivem Eustress krankmachender Disstress, der an Körper und Seele zerrt.

Die Zauberworte zum Vermeiden von belastendem Stress lautet also: Entspannung, Ausgleich und Relaxation. So helfen Sie Körper und Seele nicht nur, Stress abzubauen und sich von Druck, Hektik und Unruhe der Stress-Phase zu erholen, sondern auch, die eigene Leistung Revue passieren und anerkennen zu können. Denn auch insofern hat Stress eine positive Wirkung: Haben wir eine besondere Situation gemeistert, stärkt dies das Selbstbewusstsein und lässt uns idealer Weise etwas gelassener auf die nächste vergleichbare Herausforderung zugehen.

Stressfaktoren erkennen

Die  meisten Menschen wissen genau, was sie ‚stresst‘. Ein wichtiger Termin bei der Arbeit, zu viele Verpflichtungen im Privatleben oder der eigene Anspruch immer und überall perfekt zu sein. Gehören Sie zu dieser Gruppe, ist der erste große Schritt für ein gesünderes Stress-Level schon getan. Wissen Sie hingegen gar nicht so genau, warum Sie sich immer wieder überfordert, müde und Stress geplagt fühlen, sollten Sie sich dringend einmal etwas Ruhe gönnen und tief in sich hinein horchen. Nicht immer sind es die offensichtlichen Dinge, die für uns negativen Stress bedeuten. Eine sportliche Herausforderung mag als Spaß begonnen haben, sich letztlich aber zur Last entwickeln. Gleiches gilt für Hobbys, denen wir einst liebend gerne nachgingen, die uns inzwischen aber nur noch Zeit rauben, die wir viel lieber auf der Couch verbringen würden. Und auf  keinen Fall vergessen sollten wir, dass es in vielen Fällen auch Menschen in unserer Umgebung sind, die uns negativen Stress bescheren. Die Schwiegermutter mag es mit ihren häufigen Besuchen gut meinen und die Nachbarin kann ja nichts für Ihre schrille Stimme – Sie aber auch nicht. Merken Sie, dass ein Mensch in Ihrer Nähe für Sie zum Stressfaktor wird, wägen Sie genau ab, ob es nicht schlicht Ihr Recht ist, sich von diesem Disstress öfter mal eine Pause zu nehmen.

Lesen Sie hier, wie Sie auch den stressigsten Alltag meistern können und zu Ihrer inneren Ruhe finden!