Augenreizungen und -entzündungen

Ob Bildschirmarbeit, Wind, Sonne oder Chlor im Schwimmbad – gereizte Augen sind keine Seltenheit. Viele Betroffen versuchen zunächst, Augenreizungen selbst zu behandeln, doch die Ursachen können unterschiedlich sein und sind nicht immer leicht zu erkennen.

Die Themen im Überblick

 

Ursachen und Symptome gereizter Augen

mann-muede-augen-300pxDie Bestimmung der Ursache einer Reizung der Augen ist oft gar nicht so leicht, denn für die unangenehmen Beschwerden kommen verschiedenste Gründe in Frage. Reizungen der Augen und der Bindehaut können durch äußere Einflüsse hervorgerufen werden, sie können aber auch eine Folge von Überanstrengung sein.

Mögliche Auslöser einer Reizung der Augen

Der wohl häufigste Auslöser gereizter Augen ist die einfache Überanstrengung der Augen. Bei der Bildschirmarbeit und bei langen Autofahrten beispielsweise werden die Augen stark beansprucht. Die Folge sind juckende, tränende und flimmernde Augen. Neben der Überanstrengung können es Rauch, extreme Temperaturen, Klimaanlagen, das Sonnenlicht im Gebirge und Zugluft sein, die die Augen reizen. Auch mechanische Reize, wie das Reiben der Wimpern bei Anomalien der Augenlider, und Sehfehler, die falsche Brille oder Kontaktlinsen können Augenreizungen und Entzündungen verursachen.

Typische Symptome entzündlicher und gereizter Augen

Jeder, der mit empfindlichen Augen ‚gestraft‘ ist, erkennt schon die ersten Anzeichen einer bevorstehenden Reizung. Das Auge beginnt zu jucken und zu brennen, ist gerötet oder tränt. Manche Betroffene haben zudem das Gefühl, ein Sandkorn im Auge zu haben. Auch gerötete oder geschwollene Augenlider deuten auf eine Augenreizung hin.

Die Bindehautentzündung – eine Erscheinung mit vielen Ursachen

arzt-bindehautentzuendung-300pxJuckende, rote und brennende Augen, verklebte Augenlider am Morgen und das Gefühl, ein „Sandkorn“ im Auge zu haben – so äußert sich eine Bindehautentzündung. Die Bindehaut als Teil des Auges überzieht die Innenseite der Augenlider und verbindet die Lider mit den Augäpfeln. Sie versorgt die Augen mit Flüssigkeit und trägt zu ihrem Schutz bei. Die Bindehaut ist besonders empfindlich und reagiert daher schnell mit Entzündungen auf Reize. Eine einzige Behandlungsmethode gibt es für die Entzündung der Bindehaut nicht, da die Ursachen ganz unterschiedlich sein können. So können Bakterien für die Bindehautentzündung verantwortlich sein, aber auch Viren oder Chlamydien. Manche Menschen reagieren mit einer Bindehautentzündung auf Zugluft, andere sind allergisch und reagieren beispielsweise auf eine Pollenallergie mit Entzündungen der Bindehaut. Gerade weil die Ursachen so unterschiedlich sein können und um die Bindehautentzündung von anderen möglichen Erkrankungen abzugrenzen, sollte man von einer Eigenbehandlung absehen und den Augenarzt um Rat fragen.

Allergene als Ursache von Bindehautentzündungen

Vor allem Pollenallergiker sind häufig von Bindehautentzündungen betroffen. Diesen macht hauptsächlich die Heuschnupfen-Zeit zu schaffen. Wer dagegen unter ganzjährigen Allergien, wie einer Tierhaarallergie oder einer Hausstauballergie leidet, kann jederzeit von Bindehautentzündungen betroffen sein. Um diese zu behandeln, kommen vor allem Medikamente gegen die Allergie, wie Antihistaminika, in Form von Augentropfen oder Tabletten zum Einnehmen zum Einsatz. Diese wirken nicht nur gegen die Entzündung der Augen, sondern zudem gegen den meist gleichzeitig auftretenden Schnupfen.

Die bakterielle Bindehautentzündung

Neben Allergien können Bakterien eine Bindehautentzündung verursachen. Das Sekret, das hierbei abgesondert wird, verklebt die Augen und kann bei Berührung leicht dafür sorgen, dass sich die bakterielle Bindehautentzündung von einem Auge auf das andere überträgt. Zu den Bakterien, die die Infektion verursachen können, gehören unter anderem Streptokokken, Staphylokokken, Chlamydien und Pneumokokken. Als Tröpfchen- oder Schmierinfektion wird die von Bakterien verursachte Bindehautentzündung häufig über die Hände übertragen.

Oft verschwindet die bakterielle Bindehautentzündung nach ein bis zwei Wochen von selbst. Behandelt wird sie mit antibiotischen Augentropfen, die verhindern, dass sich die Infektion ausbreitet und dass Komplikationen entstehen. Mitunter werden auch Antibiotika verordnet, die oral einzunehmen sind. Als Alternative zu Antibiotika-Augentropfen kommen Augentrost-Augentropfen als homöopathisches Heilmittel in Frage. Völlig ungeeignet sind dagegen Spülungen oder Kompressen mit Kamillentee, die als Hausmittel bekannt sind. Die feinen Fasern der Blüten können als Fremdkörper in die Augen dringen und sie noch mehr reizen.

Da die Ansteckungsgefahr bei der bakteriellen Bindehautentzündung besonders hoch ist, sollte man während der Infektion einige Vorsichtsmaßnahmen treffen. Zu ihnen gehört das häufige Händewaschen. Vor allem, wenn die Bindehautentzündung juckt, merkt man mitunter gar nicht, wenn man sich die Augen reibt. Schon jedoch kleben die Bakterien an den Fingern und werden schnell übertragen. Daher sollte jemand, der eine Bindehautentzündung hat, auch keine Handtücher mit anderen Familienmitgliedern teilen und vorzugsweise während der Erkrankung Papierhandtücher für die Hände nutzen.

Viren als Ursache

Ob Viren oder Bakterien für die Bindehautentzündung verantwortlich sind, ist auf den ersten Blick nicht zu erkennen. Hierfür muss der Arzt einen Abstrich machen, um den Erreger bestimmen zu können. Im Unterschied zur bakteriellen Bindehautentzündung, lässt sich die virale Bindehautentzündung nicht mit Antibiotika behandeln. Als Viren kommen verschiedene Erreger in Frage. Es kann sich um Adenoviren, aber auch um das Herpes-simplex-Virus, das Varizella-Zoster-Virus, das Epstein-Barr-Virus, das Masernvirus und um viele mehr handeln. Handelt es sich um eine Infektion mit Adenoviren, spricht man von einer epidemischen Bindehautentzündung, da diese Viren hochansteckend sind und noch tage- bis wochenlang übertragen werden können. Nach etwa zwei bis vier Wochen klingt eine virale Bindehautentzündung wieder ab. Da es keine viralen Augentropfen gibt, werden die Symptome in dieser Zeit mit kalten Kompressen, Schmerzmitteln, künstlichen Tränen oder einem Gel für das Auge gelindert. Auch Augentrost-Augentropfen kommen zur Linderung zum Einsatz.

Hagel- oder Gerstenkorn

tablet-gerstenkorn-300pxDas Gerstenkorn, medizinisch Hordeolum genannt, ist eine durch Bakterien verursachte Infektion, durch die sich das Augenlid entzündet. Eine Stelle, so groß wie ein Gerstenkorn, schwillt auf der Innenseite der Lider, an der Lidkante oder im Bereich der Wimpern an, schmerzt und ist gerötet. Das Gerstenkorn ist im Grunde ein Abzess, also ein Hohlraum, der mit Eiter gefüllt ist. Oft öffnet sich das Gerstenkorn irgendwann von selbst, der Eiter kann abfließen und die Stelle verheilt folgenlos. Allerdings können sich die Bakterien auch ausbreiten und eine Bindehautentzündung verursachen. Da es sich bei einem Gerstenkorn um eine bakterielle Infektion handelt, sollte man das Auge möglichst nicht anfassen, um Übertragungen auf andere Körperstellen oder auf andere Menschen zu vermeiden. Medikamentös werden bei einem Gerstenkorn Antibiotika in Form von Augentropfen oder in Form einer Salbe verordnet.

Die Entstehung von Gerstenkörnern verhindern

Da Gerstenkörner durch Keime, wie Staphylokokken oder auch Streptokokken hervorgerufen werden, helfen mitunter einfach Hygienemaßnahmen, die Entstehung zu verhindern. So sollte man es vermeiden, die Augen und den Bereich um das Auge herum zu berühren, ohne sich vorher die Hände gewaschen zu haben. Mit einer Grundhygiene, die das regelmäßige Händewaschen und nach Familienmitgliedern getrennte Handtücher im Bad mit einschießt, sorgt man dafür, Gerstenkörnern vorzubeugen. Bakteriellen Infektionen generell, und somit auch dem Gerstenkorn, beugt ein starkes Immunsystem vor. Eine gesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung an der frischen Luft und ausreichender Schlaf kann dementsprechend auch gegen Gerstenkörner helfen, da das Immunsystem gestärkt wird und die Anfälligkeit gegenüber Infektionen sinkt. Tritt das Gerstenkorn öfter auf, kann dies auf eine schwache Immunabwehr oder Krankheiten, wie Diabetes, hindeuten. Hier sorgt ein Arzt für Abklärung. Dieser sollte zudem auf jeden Fall aufgesucht werden, wenn zum Gerstenkorn ein allgemeines Krankheitsgefühl, Fieber oder weitere Schmerzen hinzukommen.

Das Hagelkorn in Unterscheidung zum Gerstenkorn

Während bei einem Gerstenkorn Bakterien für die Entstehung des sichtbaren Knötchens und der Entzündung verantwortlich sind, ist dies bei einem Hagelkorn nicht der Fall. Ein Hagelkorn entsteht, wenn die Drüsengänge der Augenlider verstopfen und sich in ihnen Sekret staut. An dieser Stelle entsteht ein fester Knoten und das umliegende Gewebe entzündet sich. Ein Hagelkorn geht in der Regel mit der Zeit von allein wieder weg, mitunter jedoch verursacht es eine Bindehautentzündung, die behandelt werden muss. Während das Gerstenkorn plötzlich in Erscheinung tritt, entwickelt sich ein Hagelkorn nach und nach und kann zwar ein Druckgefühl verursachen, schmerzt aber in der Regel nicht so sehr wie ein Gerstenkorn. Bildet sich ein Hagelkorn nicht nach wenigen Wochen zurück oder treten immer wieder Hagelkörner in Erscheinung, sollte der Rat eines Arztes hinzugezogen werden.

Schneeblindheit – Verbrennungen im Auge vermeiden

Wer die Augen ungeschützt intensiver Sonne und damit der UV-Strahlung aussetzt, riskiert Verbrennungen an Hornhaut und Bindehaut. So wie die Sonne auf der Haut einen Sonnenbrand verursachen kann, so kann sie auch das Auge beschädigen. Vor allem dort, wo die Sonne besonders intensiv ist und stark reflektiert, nimmt die Gefahr für solche Verbrennungen zu. Daher wird dieses Phänomen auch als Schneeblindheit bezeichnet. Wer hiervon betroffen ist, sollte sich von einem Augenarzt behandeln lassen. Im Vordergrund der Behandlung stehen bei der Schneeblindheit die Schmerzen, daher kommen vor allem schmerzlindernde Augentropfen, desinfizierende Salben und orale Schmerzmittel zum Einsatz. Am wichtigsten und wirksamsten jedoch ist es, die Augen von vornherein vor der Sonne zu schützen und sowohl beim Skiurlaub als auch beim Sonnenbaden die Sonnenbrille nicht zu vergessen.

Augenreizungen durch trockenen Augen

frau-tropft-augen-300pxSind die Augen rot und gereizt, muss es sich nicht immer gleich um eine Infektion oder um eine Bindehautentzündung handeln. Auch trockene Augen können Rötungen und Schmerzen verursachen. Trockenen Augen können sich durch ein Gefühl des Brennens oder Stechens bemerkbar machen, jucken, lichtempfindlich sein, sich müde anfühlen und Schwierigkeiten beim Sehen verursachen. Auch der Eindruck, „etwas“ im Auge zu haben, tritt bei trockenen, gereizten Augen auf.

Die Ursachen von trockenen Augen

Sind die Augen trocken, werden sie nicht ausreichend mit Flüssigkeit versorgt und reagieren mit Augenreizungen. Dies kann daran liegen, dass die Augen nicht richtig mit Tränenflüssigkeit versorgt werden oder diese zu schnell verdunstet.

Tränenmangel kann altersbedingt oder vererbt sein. Er tritt zudem bei verschiedenen Erkrankungen, wie Sarkoidose, Diabetes, AIDS oder dem Sjögren-Syndrom auf. Auch Kontaktlinsen, Narben an beziehungsweise in den Augen und Medikamente können für einen Tränenmangel verantwortlich sein. Die Verdunstung der Tränenflüssigkeit tritt ebenfalls in Folge von verschiedenen Erkrankungen auf. So ist sie beispielsweise häufig Folge von Hauterkrankungen wie Rosazea, von der das Gesicht betroffen ist, oder tritt als Begleiterscheinung von Parkinson auf. Zur Verdunstung der Tränenflüssigkeit kommt es zudem durch verschiedene Umweltfaktoren, wie der langen Bildschirmarbeit, dem Fernsehen oder einer geringen Luftfeuchtigkeit.

Die Therapie bei trockenen Augen

Die passende Therapie hängt bei Augenreizungen in Folge von trockenen Augen von der Ursache ab. Häufig kommen künstliche Tränen zum Einsatz. Hierbei handelt es sich um Augentropfen oder Augengele, die auf der Bindehaut und der Hornhaut des Auges einen Schutzfilm bilden und so den natürlichen Tränenfilm ergänzen oder gar vollständig ersetzen. Damit lindern sie die Symptome der trockenen Augen, wenn sie auch nicht die Ursachen bekämpfen können.

Neben künstlichen Augen kommen zur Linderung der Beschwerden Augensalben zum Einsatz. Sie enthalten beispielsweise Dexpanthenol, Wollwachs oder Vaseline und sollen das Auge vor der Verdunstung der Tränenflüssigkeit schützen. Vor allem, wer es nicht schafft, sich an Augentropfen zu gewöhnen, kann von Augensprays profitieren, die nicht in das Auge getropft werden müssen, sondern auf das Lid aufgesprüht werden. Von hier aus gelangt die Flüssigkeit auf den Lidrand.

Ist das Auge durch die Trockenheit entzündet, werden entzündungshemmende Mittel eingesetzt. Zur Anwendung kommen etwa Augentropfen mit dem Wirkstoff Ciclosporin, Lifitegrast, Glucocorticoid-Augentropfen oder oral wirksame Omega-3-Fettsäuren. Wie bei Bindehautentzündungen auch, werden in der Alternativmedizin zudem Augentrost-Augentropfen eingesetzt.

Augenreizungen effektiv vorbeugen

Augenreizungen und Bindehautentzündungen sind unangenehm und können einige Zeit andauern. Dabei lassen sie sich mitunter mit einfach Mitteln verhindern. Vor allem, wer empfindliche Augen hat, kann Beschwerden wirksam vorbeugen, wenn er bestimmte Umweltfaktoren meidet und seine Augen vor ihnen schützt. Dazu gehört, das Auge vor Reizen, wie Zugluft, der Klimaanlage oder Rauch zu schützen. Im Flugzeug, im Zug oder im Auto kann man die Klimaanlage zum Beispiel einfach ausschalten oder so einstellen, dass die Luft nicht direkt auf das Gesicht trifft. Zu weiteren Schutzmaßnahmen zählt das Tragen einer Sonnenbrille mit UV-Schutz im Sommer und bei Höhensonne. Brillenträger sollten ihre Sehstärke und die korrekte Stärke ihrer Brille regelmäßig kontrollieren lassen und Kontaktlinsenträger sollten auf die richtige Reinigung ihrer Linsen achten. Am besten eignen sich im Sinne der Vorbeugung Tageslinsen. Wer Montags- oder Jahreslinsen trägt, sollte diese richtig desinfizieren und auf keinen Fall die empfohlene Verwendungsdauer überschreiten. Vor allem im Winter, wenn die Heizungsluft die Räume austrocknet, ist es wichtig, auf die Luftfeuchtigkeit zu achten. Kleine Wasserschalen oder feuchte Tücher auf der Heizung beispielsweise helfen gegen trockene Luft und somit gegen das Austrocknen der Augen.

Augenreizungen durch Bildschirmarbeit vermeiden

Viele Menschen, die täglich am Computer arbeiten oder in der Freizeit viel Zeit vor dem Bildschirm verbringen, leiden unter trockenen Augen. Dagegen helfen einige Vorsichtsmaßnahmen. Zunächst sind regelmäßige Pausen, eine korrekt eingestellte Brille und die optimale Beleuchtung ratsam, um Langzeitschäden zu vermeiden. Direkt vor dem Bildschirm sitzend, verhelfen der regelmäßige Blick in die Ferne und das bewusste Blinzeln dem Auge zu einer kleinen Entspannungspause. Brillenträger sollten regelmäßig ihre Sehstärke überprüfen lassen und die Gläser der Brille entspiegeln lassen. Wer viel am PC arbeitet, kann zudem auf Tränenersatzmittel zurückgreifen, um das Auge feucht zu halten und eine zu hohe Verdunstung auszugleichen. Empfohlen wird häufig, viel zu trinken auf die optimale Luftfeuchtigkeit im Büro zu achten, die schon mit regelmäßigem Lüften maßgeblich verbessert werden kann.