Clean Eating – Kurzfristiger Hype oder Schlüssel zur gesunden Ernährung?

Gerade noch Geheimtipp, hat inzwischen wohl jeder halbwegs Gesundheitsbewusste schon einmal von diesem neuen Ernährungstrend gehört. Doch was genau heißt Clean Eating, also ‚Sauberes Essen‘ und was muss ich tun, um in den Genuss der vielen propagierten Vorteile dieses Lebensstils zu kommen bzw. hält diese Ernährung überhaupt, was sie verspricht? Wir fassen das Thema einmal für Sie zusammen.

Clean Eating – neuer Name für bewährtes Konzept

Hinter dem hippen englischen Namen Clean Eating verbirgt sich ein absolut empfehlenswertes, aber nicht wirklich neues Ernährungskonzept. Kern dieser „neuen“ Ernährung ist es, auf frische und unverarbeitete Lebensmittel zu setzen. Auf diese Weise bleibt eigentlich alles erlaubt, nur, dass man es sich selbst kocht, statt zur TK-Variante zu greifen. Selbst jüngere Jahrgänge werden sich hier also an die Idee der Vollwertkost erinnert fühlen, die uns Ernährungsberater schon seit den 80er Jahren ans Herz legen.

Die Vorteile des Clean Eating holzschuessel-frische-gemuese

Der Grund, aus dem das ‚saubere Essen‘ uns guttut, liegt eigentlich auf der Hand: Verzichten wir auf Fertigprodukte, sparen wir uns jede Menge ungesunde Inhaltsstoffe, wie Konservierungsstoffe oder versteckten Zucker. Zudem wird unsere Wahrnehmung geschärft, wir machen uns deutlich bewusster, was wir eigentlich zu uns nehmen. Statt schnell in die Tiefkühltruhe zu greifen, ohne auch  nur einen Blick auf die Zutatenliste zu werfen, sind wir beim Clean Eating ‚gezwungen‘, uns jede einzelne Zutat unserer Mahlzeit bewusst zu machen. So streichen wir  ganz automatisch jede Menge Zucker, Weißmehl und unnötige, ungesunde Fette von unserem Speiseplan. Denn wer gibt beim Kochen schon diverse Zuckerwürfel in seine Soße? Oder gießt beim Anbraten von Gemüse die komplette Pfanne voll mit (billigem) Öl?

Clean Eating als Wunderdiät?!

Ein Wunder ist es nicht, dass eine zucker- und fettreduzierte gesunde und ausgewogene Ernährung die perfekte Grundlage ist, um einige überschüssige Pfunde zu verlieren, aber grundsätzlich ja: dieses Prinzip ist auch für jeden zu empfehlen, der mit seinem Gewicht kämpft und gerne etwas abnehmen möchte, ohne sich quälenden Verboten oder abstrusen Ernährungsregeln zu unterwerfen. Wie immer wird ein solcher Versuch in der Regel nur in Kombination mit ausreichend Bewegung dauerhaft und gesund zum Erfolg führen. Der große Vorteil gegenüber expliziten Diäten ist aber, dass es sich beim Clean Eating erstens nicht um eine temporäre, sondern um eine dauerhafte Umstellung handelt und dass letztlich auf nichts verzichtet werden muss. Selbst Zucker darf in Maßen konsumiert werden. Wichtig ist der Aspekt der frischen Zutaten. Pizza, Nudeln, Burger…alles ist erlaubt, solange Sie mit frischen Zutaten arbeiten und auf Fertigprodukte verzichten.

Clean Eating – So funktioniert‘s!frau-traegt-einkauftuete

Die Formulierung „dauerhafte Ernährungsumstellung“ schreckt viele ab. Zu groß ist die Sorge, sich für immer von Süßem, Salzigem und einfach Leckerem verabschieden zu müssen. Um sich den Frust des Nicht-Durchhaltens zu ersparen, verzichtet so mancher gleich komplett auf den Versuch. Irgendwie verständlich. Beim Clean Eating sieht die Sache aber ein bisschen anders aus, denn nach ein bisschen Eingewöhnung fällt dieser Ernährungsstil wirklich nicht schwer.

Wichtigste Voraussetzung: Sie müssen sich die Zeit nehmen, selber zu kochen bzw. Ihre Mahlzeiten besser zu planen, indem Sie z. B. vorkochen, statt sich spontan in der Mittagspause zu kaufen, wonach Ihnen ist.

Ist diese Hürde für Sie kein Problem, wird Ihnen die Umstellung nicht schwer fallen. Einzig die kleinen Snacks zwischendurch, ein Snickers hier und ein Stück Kuchen vom Becker dort, sind tabu. Je nachdem, wie Ihre aktuellen Essensgewohnheiten aussehen, wird es Ihnen also leichter oder schwerer fallen, nur noch ‚sauber‘ zu essen.

Nehmen Sie Ihren nächsten Einkauf einmal ganz bewusst vor. Bei jedem Produkt, das Sie kaufen wollen, schauen Sie auf die Zutatenlisten. Finden Sie dort mehr als 5 Zutaten oder etwas, das Sie nicht aussprechen können, legen Sie das Produkt wieder zurück ins Regal. Fällt Ihnen diese Übung leicht, ernähren Sie sich vermutlich schon so gut wie clean. Bleibt Ihr Einkaufskorb auf diese Weise leer und Sie wissen gar nicht, was Sie dann überhaupt noch kaufen sollen, wird Ihnen die Umstellung etwas schwerer fallen. Ist dies der Fall, empfiehlt es sich, klein anzufangen, statt einen radikalen Schnitt zu erzwingen. Ernähren Sie sich erst einmal nur ein paar Tagen die Woche clean und gewöhnen Sie sich den Konsum von Fertigprodukten langsam ab. Ein langsamer, aber stetiger Verzicht auf die ungesunden Zutaten in diesen Produkten ist gesünder für Sie als eine abrupte Abstinenz, die nur wenige Tage anhält.