Der richtige Rollator für Sie – darauf sollten Sie beim Kauf und im Umgang mit Ihrem Rollator achten

Rollatoren sind längst salonfähig geworden und helfen Jahr für Jahr unzähligen Senioren, sich Ihre Mobilität und Unabhängigkeit zu bewahren. Dennoch zögern viele Menschen den Kauf einer Gehhilfe aus Stolz oder Schaum möglichst lange hinaus und beschneiden sich so unnötig in der eigenen Flexibilität. Andere verlassen sich schnell viel zu sehr auf Ihren Rollator und vergessen dabei glatt, dass sie kürzere Strecken ohne Probleme noch allein bewältigen können.

Wir widmen uns dem Thema einmal ausführlich und geben Ihnen Tipps zum Kauf des passenden Rollators sowie zum richtigen Umgang mit Ihrer neuen Gehhilfe.

Für wen ist ein Rollator das Richtige? rolli-parkplatz-300px

Sie sind unsicher, ob ein Rollator für Sie eine passende Hilfe im Alltag sein kann? Seien Sie einfach ganz ehrlich zu sich selbst und haben Sie keine Scheu, sich einzugestehen, dass Ihnen mancher Weg inzwischen schwer fällt. Es ist wahrlich keine Schande zur Gehhilfe zu greifen.

Stellen Sie sich einmal folgende Fragen:

  • Fallen Ihnen manche Wege zunehmend schwerer oder sparen Sie sich sogar die eine oder andere Unternehmung, weil es Ihnen zu beschwerlich ist oder Sie fürchten zwischendurch keine Kraft mehr zu haben?
  • Ertappen Sie sich dabei, wie Sie unterwegs stets Ausschau nach Bänken oder anderen Möglichkeiten für eine kleine Pause halten?
  • Fällt Ihnen das Tragen einer Taschen oder Ihrer Einkäufe immer schwerer? Kaufen Sie manchmal weniger ein als Sie gern würden, weil Sie Sorge haben, die schwere Last nicht mehr tragen zu können?
  • Empfinden Sie es als immer unangenehmer, Angehörige oder Freunde um kleine Gefallen zu bitten, damit Sie selbst möglichst sitzen bleiben können?

Haben Sie eine, mehrere oder gar alle Fragen ehrlicher Weise mit „ja“ beantwortet? Dann könnte ein Rollator Ihnen eine große Hilfe sein. Er gibt Ihnen Sicherheit und erlaubt Ihnen, sich wieder selbstständiger allein zu bewegen. Unterwegs bietet Ihnen ein Rollator jederzeit eine bequeme Sitzfläche und Modelle mit integrierter Einkaufstasche lösen auch das Problem des Tragens Ihrer Tasche oder Einkäufe.

Tipps zum Rollator-Kauf

Ist die Entscheidung zum Kauf eines Rollators gefallen, stehen viele vor dem nächsten Problem: Die Qual der Wahl. Wir geben Ihnen einige Tipps an die Hand, an denen Sie sich beim Kauf orientieren können.

  1. Schritt: Sprechen Sie mit Ihrem Arzt und Ihrer Krankenkasse

Wenn Sie denken, ein Rollator könne Ihnen im Alltag eine brauchbare Stütze sein, sollten Sie mit Ihrem Arzt darüber sprechen. Dafür gibt es zwei Gründe: 1. Ihr Arzt kann Ihnen ein Rezept für einen Rollator ausstellen und 2. Ihr Arzt kann Ihnen ggf. Tipps bzw. Hinweise geben, welches Rollator-Modell für Ihre individuellen Ansprüche das passende ist.  Auch ein Gespräch mit Ihrer Krankenkasse ist ratsam, da diese sich häufig auch dann an den Kosten beteiligen, wenn Sie sich gegen ein Standard-Modell entscheiden.

  1. Schritt: Eigenanalyse – Was genau brauchen Sie?

Ehe Sie sich mit der Masse der verschiedenen Rollator-Modelle auseinandersetzen, sollten Sie sich genau überlegen, was Sie eigentlich brauchen. Möchten Sie den Rollator ständig nutzen oder nur gelegentlich, z. B. zum Einkaufen? Werden Sie ihn auch im Haus nutzen? Oder ausschließlich draußen? Müssen Sie den Rollator auch mal in den Bus heben? Wie sieht es mit dem Platz aus? Ist es für Sie wichtig, den Rollator platzsparend falten zu können? Wenn Sie sich zunächst genau überlegen, zu welchem Zweck Sie Ihren Rollator nutzen möchten, wird Ihnen die Entscheidung um einiges leichter fallen.

  1. Modelle und Preise vergleichen

Machen Sie sich ruhig die Mühe, ein paar Anbieter und Modelle zu vergleichen. Besonders online geht das sehr einfach. Sollte es Ihnen nicht ganz so leicht fallen, bitten Sie doch Ihren Enkel oder onlineaffine Freunde oder Verwandte um Hilfe.

Preislich variieren die verschiedenen Modelle teilweise ganz schön. Entscheiden Sie sich aber besser nicht vorschnell für ein günstiges Modell. Besonders Unterschiede im Gewicht und bei der Ausstattung können in Sachen Komfort und Handhabung entscheidend sein. Sofern Sie den Rollator regelmäßig nutzen möchten, lohnt sich die Investition in ein etwas besseres Modell also durchaus.

  1. Rollator richtig einstellen und ausgiebig testen

Ein guter Rollator sollte Ihnen die Möglichkeit bieten, diese genau auf Ihre Größe anzupassen. Haben Sie ein Modell in die engere Auswahl genommen, stellen Sie sich als erstes die passende Höhe ein. Diese finden Sie, indem Sie sich aufrecht zwischen die Reifen Ihres Rollators stellen und die Arme locker hängen lassen. Sind die Griffe des Rollators auf Höhe Ihrer Handgelenke ist alles richtig, falls nicht, justieren Sie nach.

Ist alles richtig eingestellt, drehen Sie die ersten Runden. Nehmen Sie Platz, stehen Sie wieder auf. Legen Sie etwas in die Tasche, nehmen Sie es wieder heraus usw. Nach dem Anwendungstest geht es weiter. Ist nach dem Zusammenklappen noch alles so, wie es soll? Oder müssen Sie wieder nachjustieren? Wenn ja, können Sie die Einstellungen allein einfach durchführen oder brauchen Sie Hilfe. Kommen Sie mit den Bremsen gut zurecht, lassen sich Verschleißteile ggf. ersetzen? Fehlt Ihnen eine Funktion, wie z. B. eine Klingel, Reflektoren oder ein Stockhalter? Können diese nachgerüstet werden?

Haben Sie keine Scheu, der Kauf will gut überlegt sein, lassen Sie sich bloß nicht hetzen. Erst, wenn wirklich keine Fragen mehr offen sind und Sie sich mit Ihrem Rollator absolut sicher fühlen, entscheiden Sie sich für den Kauf. Andersfalls: weitersuchen.

Der richtige Umgang mit einem Rollator

Gar keine Frage: Ein Rollator ist für viele Menschen wirklich eine tolle Hilfe in den verschiedensten Lebenslagen und macht es möglich, trotz körperlicher Einschränkungen mobil und unabhängig zu bleiben. Dennoch kann ein Rollator unter ungünstigen Voraussetzungen bzw. bei falscher Handhabung auch negative Auswirkungen haben oder gewisse Risiken bergen. Wir sagen Ihnen, worauf Sie im Umgang mit Ihrer neuen Gehhilfe achten sollten.

  1. Haltung bewahren!

Ganz wichtig: Stellen Sie sicher, dass der Rollator zu Ihrer Körpergröße passt (die Griffe sollten auf Höhe Ihrer Handgelenke sein, wenn Sie aufrecht stehen). Selbst wenn Sie sich nur leicht nach vorne / unten beugen müssen, sind Haltungsschäden auf die Dauer leider sehr wahrscheinlich. Achten Sie also unbedingt auf einen aufrechten Gang

  1. Alleine gehen nicht ganz verlernen

Hat man sich einmal an das Gehen mit dem Rollator gewöhnt, neigt so mancher dazu, diesen zu seinem ständigen Begleiter zu machen. Wenn es ohne wirklich nicht mehr geht, ist das natürlich eine prima Sache. Allerdings ist das nicht immer der Fall. Seien Sie in diesem Punkt ganz ehrlich zu sich und überlegen Sie sich genau, ob Sie kleinere Gänge nicht doch noch alleine machen können. Das schult Ihre Koordination und Sie bleiben länger fit.

  1. Denken Sie an Ihre Sicherheit

– Ein Rollator ist besonders beim Transport verschiedenster Dinge eine große Hilfe. Achten Sie dabei aber stets auf die Sicherheit. D. h. hängen Sie keine Taschen an die Griffe oder Seiten des Rollators und stellen Sie sicher, dass Sie Ihren Korb nicht überladen. Andernfalls kann der Rollator aus dem Gleichgewicht geraten.

– Für einen Rollator gilt das gleich wie z. B. für ein Rad. Sind Sie im Dunkeln unterwegs, sorgen Reflektoren und Leuchten mit geringem Aufwand für deutlich mehr Sicherheit.

– Hängen Sie Ihre Handtasche nicht an den Rollator und legen Sie sich auch nicht offen sichtbar vorne in den Korb. Führen Sie Ihre Wertsachen am Körper und verstauen Sie sie in einer verschließbaren Tasche am Rollator.

– Machen Sie sich die Mühe, Ihren Rollator regelmäßig auf Verschleiß zu prüfen oder prüfen zu lassen. Eine leicht hakende Bremse z. B. ist eben doch eine Bremse, die hakt. Alle Teile und Funktionen des Rollators müssen stets richtig funktionieren!

– Schon mal was von einem Rollator-Sicherheitstraining gehört? Gibt es und lohnt sich! Fragen Sie einmal bei der Polizei oder auch der Verkehrswacht oder einem Nahverkehrsbetrieb.