Detox – So entgiften Sie richtig

Schlacke und Gifte im Körper? Alles Quatsch, meinen Wissenschaftler, denn der menschliche Körper entgiftet sich von selber. Die oft propagierten Heilsversprechen der diversen Anbieter von Detox-Kuren und -Heilmitteln sind wissenschaftlich unhaltbar, dennoch schwören Detox-Anhänger steif und fest auf die reinigende Wirkung, welche das Entgiften auf Körper und Seele hat. Sie fühlen sich erholt und voller Energie. Was ist also dran an Detox und wie macht man es richtig?

Detox – Was ist das überhaupt? smoothies_300px

Detoxing ist „in“ – dabei bezeichnet es nichts anderes als das seit langem bekannte Entschlacken oder das gute alte Heilfasten, nur eben jetzt unter neudeutschem Modewort. Die Idee hinter Detox lautet: es ist nicht allein zu viel Essen, Alkohol oder Nikotin dafür verantwortlich, dass Menschen dick und krank werden, sondern es sind ebenso verschiedene Chemikalien in der Umwelt und im Essen, die ihre Spuren hinterlassen und sich als Schlacke im menschlichen Körper sammeln. Eine Detox-Kur soll diese „Gifte“ und Stoffwechselendprodukte aus unserem Körper schwemmen.

Detox, das Wundermittel!?

Den Körper entgiften, Ballast verlieren, sich besser fühlen und dabei noch abnehmen –Anhänger preisen Detox als wahres Wunderheilmittel. Noch nicht einmal Hungergefühle verspüre man beim Fasten. Alles nur Einbildung? Medizinisch sind die vielbeschworenen Ablagerungen bisher nicht nachgewiesen. Ein gesunder Körper scheidet belastende Stoffe selbstständig wieder aus und enthält keine Ansammlungen von Schlacken und Stoffwechselendprodukten. Und ist ein Körper tatsächlich vergiftet, hilft auch kein Detox mehr.

Das leichte Gefühl nach einer Detox Kur, das bessere Hautbild, die zurückgegangenen Fettröllchen, mehr Fitness und Energie sind allerdings bei den meisten Fastenden nicht von der Hand zu weisen – kein Wunder nach einer Woche mit viel Obst und Gemüse, dem Verzicht auf Alkohol, Nikotin und Kaffee, viel Bewegung an der frischen Luft und regelmäßigen Schlafenszeiten. Fragt man einen Ernährungsmediziner, sind die einzelnen Tipps zum Entgiften für sich genommen nicht schlecht und bei gesunden Menschen gegen ein zeitlich begrenztes Fasten nichts einzuwenden.

Möglicher Wegweiser für ein gesünderes Leben kueche_mixer_300px

Wer sich müde, abgespannt und ausgelaugt fühlt, kann mit Detox vielleicht keine (nicht vorhandenen) Schlacke abbauen, aber andere schädliche Einflüsse minimieren – denn es sind u.a. zu viel Fastfood, Hektik und Stress, die uns und unseren Körper fertigmachen. Wenn wir bei unserer Detox-Diät auf eine gesunde Ernährung, auf ausreichend Bewegung und Ruhezeiten achten, kann die zeitlich begrenzte Abstinenz zur Entlastung von Körperempfinden und Geist beitragen. Nehmen wir die Fastenkur zum Anlass, um wieder mehr auf unseren Körper zu hören und ein besseres Gespür für die eigenen Bedürfnisse zu entwickeln, kann uns eine Detox Kur sogar auf den richtigen Weg bringen, langfristig unsere Ernährungsgewohnheiten zu überdenken.

Wenn detoxen, dann richtig!

Ob wir es nun Detox-Diät, Entschlacken oder Heilfasten nennen – beim Detoxen geht es darum, einige Tage auf übersäuernde Lebensmittel zu verzichten. Dazu gehören Fleisch, Käse, Weißmehl, Kaffee, Nikotin, Alkohol und Süßigkeiten. Vor der Entgiftungskur werden diese Lebensmittel bereits schrittweise reduziert und direkt vor der Kur stehen zwei Obst- und Gemüsetage zur Entlastung der Verdauung an. Ob Sie nun auf eigene Faust fasten oder eine Detox-Kur in einer Fastenklinik gebucht haben – klären Sie im Vorfeld mit Ihrem Arzt, ob Sie überhaupt fasten sollten und ob eine Darmentleerung nötig ist. Nach der Darmreinigung besteht die ballaststoffreiche Ernährung ausschließlich aus Obst und Gemüse. Während der Detox Diät werden Yoga und Pilates wie auch Saunagänge empfohlen. Anstrengende körperliche Aktivitäten sollten vermieden und einzelne Entspannungsphasen in den Tag eingebaut werden. Daher gehören zu einer ganzheitlichen Kur oft auch Massagen, Körperpeelings und Bäder.

Die 3-Phasen-Fastenkur lebensmittel_300px

Eine Detox Diät besteht aus drei Phasen: der Fastenphase, der Aufbauphase und der Zeit nach der Diät. Während der Fastenphase besteht die Ernährung ausschließlich aus Obst und Gemüse, einige Menschen verzichten auch komplett auf feste Nahrung.Viel Wasser und ungesüßter Tee sind in dieser Zeit ein absolutes Muss. Als Detox Neuling starten Sie bitte nicht sofort mit einer ganzen Fastenwoche, ein Wochenende ist perfekt geeignet um die Detox Diät für sich zu entdecken. In der Aufbauphase, die genauso lange dauern sollte wie die Fastenphase, nimmt man langsam wieder feste aber leichte, eiweißhaltige Nahrung wie Fisch oder Vollkornprodukte zu sich. Nach der Diät ist es wichtig, eine gesunde und ausgewogene Ernährung beizubehalten. Kleine Portionen, Obst- und Gemüse-Snacks über den Tag verteilt und regelmäßige Fastentage zwischendurch, helfen Ihnen, nicht wieder in alte Muster zurückzufallen.

Der Detox Speiseplan

Damit Sie wissen, welche Lebensmittel beim Detoxen erlaubt sind und welche nicht, möchten wir Ihnen eine kleine Einkaufsliste an die Hand geben.Wichtiger Tipp: Kaufen Sie genügend Vorrat vor dem Start Ihrer Fastenkur!

  • Wasser und ungesüßter Tee: Pro Tag mindestens 2,5 bis 3 Liter
  • Obst und Gemüse: Legen Sie sich einen ordentlichen Vorrat zu, je mehr Auswahl desto besser. Tiefkühlprodukte sind erlaubt und gut geeignet, da sie auf Vorrat gekauft werden können und nicht so leicht verderben wie frische Lebensmittel.
  • Gewürze: Eine gute Möglichkeit Gewürze auszuprobieren, die man bisher nicht verwendet hat. Es empfehlen sich viele verschiedene Sorten,mit denen Sie Ihren Speisen einen ganz neuen Geschmack geben können. Für süße Gerichte sollten Sie Honig und/oder Ahornsirup in den Einkaufskorb packen.
  • Sojamilch und Sojajoghurt: Während des Fastens sollte möglichst auf Milchprodukte verzichtetwerden. Pflanzliche Varianten aus Soja sind eine gute Alternative, die Abwechslung auf den Speiseplan bringen und sich gut mit Früchten verfeinern lassen.
  • Trockenfrüchte, Erdmandeln & Nüsse: Sehr gut als Müsli-Zutaten für ein ausgewogenes und leichtes Frühstück. Ideal auch als kleiner Knabbersnack zwischendurch.
  • Fisch und Hähnchen: Für die Aufbauphase nach dem Fasten ist Fisch besonders wichtig. Er enthält viel Eiweiß, Vitamine und Mineralstoffe. Sehr fettarm und daher ideal geeignet sind Zander, Scholle, Seelachs und Forelle.

Detox Produkte: sinnvoll oder eher nicht?

Detox Tee, DetoxPflaster, Detox Wasser, Detox Maske – auf dem Markt befinden sich eine Vielzahl an Detox Produkten, die Ihnen allerhand versprechen. Schön wär´s, aber leider handelt es sich nicht um Wundermittel, mit denen der Körper von den Folgen einer zu süßen und fetten Ernährungbefreit wird, wie die Werbeversprechen vieler Anbieter vermuten lassen. Dennoch können einige von ihnen eine gute Unterstützung der Fastenkur darstellen. Detox Tee und Detox Wasser sind natürlich und wohlschmeckend und können Ihnen helfen, auf die empfohlene Menge von mindestens 2-3 Litern Flüssigkeitsaufnahme pro Tag zu kommen. Wie andere Gesichtsmasken, dienenDetox Masken hauptsächlich der Reinigung und Klärung der Haut, statt der Entgiftung. Häufig wirken sie auf Basis von Tonerde, welche reich an Mineralstoffen und Spurenelementen ist. Statt Detox Pflaster empfehlen sich Saunagänge, um Toxine auszuschwitzen, netter Nebeneffekt: die Durchblutung wird gesteigert.

Leckere Rezepte für Ihre Entgiftungs-Kur

Mit unseren leckeren Rezepten für ein Detox-Wochenende möchten wir Ihnen einige Anregungen zu einem guten Gelingen Ihrer Detox Diät geben.Der Obstsalat ist für 4 Portionen, alle anderen Mengenangaben sind jeweils für 2 Portionen gedacht. (Quelle: eatsmarter.de)

Tag 1: exot_obst_300px

Frühstück – Obstsalat: 
1 Papaya, 1 Mango und ½ Ananas schälen. Die Papaya halbieren, von den Kernen befreien und in kleine Stücke schneiden. Ananas vom Strunk befreien und in 1 cm große Würfel schneiden. Fruchtfleisch der Mango am Kern herunterschneiden und zusammen mit 150 g Honigmelonenfruchtfleisch klein würfeln. 150 g Physalis waschen und abtrennen. 150 g Erdbeeren abwaschen, putzen und vierteln. Das Obst mit dem Saft einer unbehandelten Orange und dem Saft einer halben unbehandelten Zitrone mischen und nach Belieben mit Honig süßen.

Mittagessen – Möhrencremesuppe mit Mandelblättchen: 1 Möhre und 1 Petersilienwurzel waschen, schälen und in ca. 1 cm dicke Scheiben schneiden, 1 Kartoffel schälen, waschen, würfeln. 220 ml Gemüsebrühe aufkochen, das Gemüse hineingeben und zugedeckt bei kleiner Hitze ca. 15 Minuten garen. 6 Blätter Rucola waschen, trockenschütteln, von den groben Stielen befreien und hacken. Die Suppe pürieren, mit Salz, Pfeffer und etwas Muskat abschmecken. Mit Rucola und 1 TL Mandelblättchen bestreut servieren.

Abendessen – Kalte Gurkensuppe: 1 Salatgurke waschen, längs halbieren, die Kerne herauskratzen und in kleine Stücke schneiden. 1 kleine Stange Lauch putzen, waschen und in schmale Streifen schneiden, 4 TL beiseitestellen. Den Rest mit der Gurke mischen und mit 1 EL gehacktem Dill und 1 EL gehackter Petersilie pürieren. 250 ml Buttermilch untermixen, nach Belieben mit kaltem Gemüsefond verdünnen. Mit 4 EL Zitronensaft, Salz, weißem Pfeffer und evtl. Tabasco abschmecken. Mit dem Lauch garniert servieren.

Tag 2:

Frühstück – Papaya-Orangen-Smoothie:
 1 kleine Papaya schälen, halbieren und die Kerne mit einem Löffel herauslösen, das Fruchtfleisch in grobe Stücke schneiden. 8 Saftorangen auspressen. Papaya mit Orangensaft und 100 g Tiefkühl-Himbeeren fein pürieren. Nach Belieben mit Blättchen von Zitronenmelisse garnieren.

Mittagessen – Radieschen-Kartoffel-Suppe: Von einem 1 Bund Radieschen die Blätter entfernen, diese waschen und putzen, einige zarte Blätter beiseitelegen, den Rest grob zerschneiden. 3 schöne Radieschen für die Garnitur beiseitelegen. Die restlichen Radieschen anderweitig verwenden, z.B. für den Radieschen-Gurken-Smoothie am Abend. 1 Schalotte schälen und würfeln. 1 mehligkochende Kartoffel waschen, schälen und fein würfeln. ½ EL Joghurtbutter in einem Topf erhitzen, die zerkleinerten Radieschenblätter und die Schalotten unter gelegentlichem Rühren bei mittlerer Hitze 2 Minuten andünsten. Die Kartoffelwürfel unterrühren, 400 ml Gemüsebrühe zugießen, salzen und pfeffern. Aufkochen und zugedeckt 20 Minuten bei kleiner Hitze kochen lassen. ½ Zitrone auspressen, die 3 beiseite gelegten Radieschen waschen, putzen und in möglichst dünne Scheiben schneiden. Die Suppe fein pürieren, 2 EL Sojacreme einrühren und kurz aufkochen lassen. Etwas Muskat in die Suppe reiben und mit Salz, Pfeffer und etwa 2 TL Zitronensaft abschmecken.

rotebeete_radis_300pxAbendessen – Radieschen-Gurken-Smoothie: 100 g Radieschen und ½ Salatgurke waschen und trockentupfen. 2 Radieschen in schmale Streifen schneiden und zum Garnieren beiseitstellen. Die Gurke schälen, längs halbieren, Kerne mit einem Löffel herausschälen und Gurke klein schneiden. Radieschen und Gurke mit 200 ml Buttermilch fein pürieren. 100 ml Buttermilch und 100 Sojajoghurt vermischen, mit Salz, Pfeffer und ½ EL Zitronensaft abschmecken. 3 Stiele Schnittlauch waschen und trocken schütteln, die Halme halbieren. Smoothie ins Glas füllen und mit Schnittlauch und Radieschenstreifen garnieren.

Tag 3:

Frühstück – Ananas-Buttermilch-Smoothie:
 1/2 reife Ananas schälen, Blätter und Stielansatz abschneiden, vierteln, vom Strunk befreien und Fruchtfleisch in kleine Stücke schneiden. 3 Stiele Minze waschen, trockenschütteln, von 2 Stielen die Blätter abzupfen. Die Blätter zusammen mit Ananas, 250 ml Buttermilch und 1 EL Agavendicksaft fein pürieren. Ins Glas füllen und mit der restlichen Minze dekorieren.

kuerbis_ingwer_co_300pxMittagessen – Kürbis-Ingwer-Suppe: ½ Butternuss-Kürbis (groß) schälen, halbieren, die Kerne mit einem Löffel herauskratzen. Das Fruchtfleisch in ca. 1 cm große Würfel schneiden, auf ein Backblech geben und im vorgeheizten Backofen bei 220° Ober-/Unterhitze in ca. 25-30 Minuten goldbraun rösten. Inzwischen 1 Zwiebel schälen und fein würfeln, ½ Stück Ingwer und 1 Knoblauchzehe schälen und fein hacken. ½ EL Öl in einem Topf erhitzen, darin Zwiebeln, Ingwer und Knoblauch bei mittlerer Hitze unter Rühren 5 Minuten andünsten. Die gerösteten Kürbiswürfel und 350 ml Gemüsebrühe dazugeben und aufkochen. Die Suppe 20 Minuten kochen lassen und anschließend sehr fein pürieren, erneut aufkochen lassen. ½ rote Chili-Schote waschen, halbieren, entkernen und sehr fein hacken. ¼ Limette auspressen und die Suppe mit dem Limettensaft, Salz, Pfeffer und Chili würzen. 1 EL Sesam in einer Pfanne ohne Fett rösten. 1 ½ Stiele Koriander unter Wasser abspülen, trockenschütteln, die Blätter abzupfen und mit dem Sesam über die Suppe streuen.

Abendessen – Misosuppe: 10 g getrocknete Wakame-Algen in warmen Wasser für 10 Minuten einweichen. 150 g Enoki Pilze (oder Champignons) putzen und klein schneiden. 2 Frühlingszwiebeln putzen, waschen und in etwa 2 cm lange Stücke schneiden. 150 g Tofu in 2 cm große Würfel schneiden. 2 TL Sesam in einer Pfanne rösten und auf einem Teller abkühlen lassen. ½ Limette frisch auspressen. 600 ml Gemüsebrühe aufkochen, Frühlingszwiebeln und Pilze hinzugeben und für 3 Minuten kochen lassen. 100 ml Brühe entnehmen und mit 2 EL weißem Miso verrühren, dann unter die restliche Brühe mischen – nicht mehr kochen. Die Suppe mit 2 EL Sojasauce und dem Limettensaft würzen.

Als Überbrückung zwischen den Mahlzeiten empfehlen sich Rohkost und Obst, viel natürliches Wasser und Kräutertees. Abends sollten Sie jedoch kein rohes Gemüse mehr zu sich nehmen.

Noch ein Tipp zum Schluss: Während Ihrer Detox-Kur sollten Sie komplett auf Zucker verzichten. Erfahren Sie hier welche Zuckeralternativen es gibt und ob sie wirklich halten, was sie versprechen.

Und nun: Gutes Gelingen!