Die häufigsten Fußfehlstellungen – Was tun bei Senk-, Spreiz- und Plattfuß?

Orthopäden wissen: Wir muten unseren Füßen viel zu, häufig zu viel. Das Hauptproblem: Barfußlaufen hat in unserem modernen Alltag heute fast gar keinen Platz mehr, wodurch die Fußmuskulatur nur wenig trainiert wird. Die bekannte Folge sind Fußfehlstellungen, die im besten Fall lediglich ein optisches Manko darstellen, im schlimmsten Fall allerdings zu ständigen Schmerzen und stetig fortschreitenden Deformationen des Fußes führen. Umso wichtiger ist es, bereits bei den ersten Anzeigen einer Fußfehlstellung gegenzuwirken, oft helfen schon passende orthopädische Einlagen. Wir schauen uns die häufigsten Fehlstellungen einmal an und geben Tipps, wie Sie am besten damit umgehen.

Kombinierte Fehlstellung: Knick-, Senk- und Plattfuß

Mancher mag denken, diese drei Fehlstellungen beschreiben drei unterschiedliche und voneinander unabhängige Probleme, allerdings stehen Knick-, Senk- und Plattfuß fast immer in Verbindung miteinander bzw. treten gemeinsam auf.

Ein Senkfuß beschreibt das Absenken des Längsgewölbes des Fußes, was überaus häufig zu beobachten und grundsätzlich unproblematisch ist. Menschen mit Senkfuß haben nur in seltenen Fälle Beschwerden. Oft folgt auf die Absenkung des Längsgewölbes allerdings das Abknicken des Fußes zur Seite bzw. geht mit der Absenkung einher. Geschieht dies, spricht der Mediziner vom Knick- oder Knick-Senkfuß, und Schmerzen sind leider nicht selten die Folge. Ebenso problematisch, weil in aller Regel schmerzhaft, ist es, wenn der Senkfuß in einen Plattfuß übergeht, die Absenkung des Längsgewölbes also ein sehr starkes Maß annimmt. Denn wenn der Fuß quasi ganz platt auf dem Boden aufliegt, führt dies zu einer erhöhten Belastung der Innenseite des Fußknöchels, die häufig zu Schmerzen, Schwellungen und auch Entzündungen führt.

Ursachen für einen Knick-, Senk- oder Plattfußvergleich-normaler-senkfuss

Gemein: Die grundsätzliche Anlage zu dieser Fußfehlstellung ist in den meisten Fällen angeboren. Dennoch wird das Problem verstärkt bzw. Beschwerden wahrscheinlicher, wenn die Fußmuskulatur insgesamt nicht gut trainiert ist und/oder Sehnen und Bänder geschwächt sind. Zudem begünstigt eine übermäßige Belastung des Fußes aufgrund von Übergewicht eine krankhafte Ausprägung und auch Rheuma-Patienten sind besonders häufig von Knick- und Plattfüßen betroffen.

Wirksame Gegenmaßnahmen bei Knick-, Senk- und Plattfuß

Da in aller Regel eine schlecht ausgeprägte Fußmuskulatur der Kern des Problems ist, empfehlen Orthopäden so viel wie möglich barfuß zu laufen. Ergänzend kann gezielte Fußgymnastik helfen, das Problem gut in den Griff zu bekommen. Je eher Betroffene mit dieser simplen Gegenmaßnahme beginnen, desto größer ist die Chance, die Fehlstellung ohne weitere Maßnahmen in den Griff zu bekommen.

Achtung: Sollten Sie unter Diabetes oder anderweitig bedingten Durchblutungsstörungen leiden, klären Sie zunächst mit Ihrem Arzt ab, ob Barfußlaufen für Sie eine passende Therapie darstellen kann.

Ist die Fehlstellung soweit fortgeschritten, dass Barfußlaufen allein nicht genügt, um die Schmerzen rausch in den Griff zu bekommen, leisten orthopädische Einlagen in aller Regel effektive Hilfe. Diese bringen den Fuß sanft zurück in seine korrekte Form bzw. Haltung und lindern Schmerzen auf diese Weise in den meisten Fällen binnen kürzester Zeit. Nur selten sind Beschwerden so hartnäckig, dass eine Operation nötig bzw. sinnvoll wird.

Wirksam ist auch der Einsatz moderner Schuheinlagen. Diese sorgen für mehr Bequemlichkeit und korrigieren sanft Fußfehlstellungen. Eine Auswahl von Schuheinlagen finden Sie hier>>

Besonders schmerzhaft: Spreizfuß

Der Begriff Spreizfuß beschreibt eine Verbreiterung des Vorfußes. Diese entsteht, weil sich die Mittelfußknochen im Vorfuß auseinander schieben, was meist mit einer Verformung des großen Zehs einhergeht. Diese in aller Regel sehr unangenehme Fußfehlstellung betrifft vor allem die Fußunterseite sowie die mittleren Zehen, die dann zusätzlich häufig von Hühneraugen oder Schwielen betroffen sind. 

Woher kommt ein Spreizfuß?damenfuesse-high-heels

Als Ursachen für einen Spreizfuß gelten unter anderem Übergewicht und ein schwaches Bindegewebe. Diese Gründe reichen allerdings nicht als Erklärung für die Tatsache, dass Frauen um ein Vielfaches häufiger betroffen sind als Männer. Die Erklärung hierfür sind vielmehr falsche Schuhe! Denn hohe Absätze bedeuten für den Fuß eine ähnliche Tortur wie spitz zu laufende Schuhe und belasten den Vorfuß auf Dauer so stark, dass ein Spreizfuß stark begünstigt wird.

Hilfen bei Spreizfuß

Auch bei Schmerzen durch einen Spreizfuß sind spezielle Einlagen meist das Mittel der Wahl, das schnell und einfach zu einer Linderung der Schmerzen führt. In schlimmen Fällen kann ein operativer Eingriff in Frage kommen, dieser sollte allerdings wirklich als letzte Option verstanden werden. Vorbeugend gilt es einer Fehlbelastung des Fußes frühzeitig gegenzuwirken. Das heißt, besonders das permanente Tragen hoher Hacken und unbequemer, nicht optimal passender Schuhe sollte so gut wie möglich vermieden werden.

Selten, aber nicht immer harmlos: Hohlfuß

Wie der Name schon vermuten lässt, beschreibt der Begriff Hohlfuß im Grunde das Gegenteil eines Plattfußes, nämlich ein überhöhtes Längsgewölbe. Diese Verformung führt dazu, dass der Großteil des Körpergewichts auf Vorfuß und Ferse lastet, was fast immer Schmerzen, Schwielen und ähnliches zur Folge hat. Weiteres Problem: Durch die verkleinerte „Standfläche“ eines Hohlfußes neigen Betroffene deutlich häufiger zum Umknicken, was wiederum zur Überlastung von Bändern und Sprunggelenken führt.

Wie entsteht ein Hohlfuß?

Für die Entstehung eines Hohlfußes kommen verschiedene Ursachen in Frage: Er kann angeboren sein oder auch im Laufe des Lebens entstehen. Ist Letzteres der Fall, sollten die Ursachen sorgfältig geklärt werden, da neben harmlosen Gründen auch verschiedene Erkrankungen des Nervensystems in Frage kommen. Auch einige Formen von Lähmungen und Muskelkrankheiten können für die Bildung eines Hohlfußes mitverantwortlich sein.

Was tun bei einem Hohlfuß?

Wie bei den meisten Fußfehlstellungen lässt sich auch ein Hohlfuß in vielen Fällen durch eine passende orthopädische Schuheinlage wirkungsvoll ausgleichen, so dass Schmerzen gut in den Griff zu bekommen sind. In ausgeprägten Fällen kann auch speziell angefertigtes Schuhwerk nötig werden, führt dann aber meist auch umso schneller zum Erfolgt. Nur selten raten Ärzte zu einer Operation, nämlich nur dann, wenn andere Maßnahmen bereits versagt haben und der Fuß sich immer weiter verformt, so dass auch die Beschwerden sich kontinuierlich verschlimmern.

Einfache Übungen für dauerhaft gesunde Füße!gespreitze-fuesse

Ihre Füße weisen keine (nennenswerte) Fehlstellung auf und Schmerzen oder Reizungen sind für Sie kein  Thema? Bestens! Damit das auch so bleibt, können Sie Ihren Füßen mit  ganz einfachen Mitteln helfen, gesund zu bleiben. Nehmen Sie sich einfach regelmäßig ein paar Minuten Zeit und machen Sie die folgenden einfachen Fußgymnastik-Übungen:

  • Machen Sie es sich im Sitzen bequem und spreizen Sie Ihre Zehen möglichst weit auseinander – einige Sekunden halten und wieder locker lassen. 5 Mal wiederholen.
  • Rutschen Sie auf dem Stuhl nach vorne und stellen Sie sich sitzend auf die Zehenspitzen – so hoch Sie können, halten, locker lassen. 5 Mal wieder holen.
  • Legen Sie ein Tuch auf den Boden und heben Sie es mit dem Fuß auf. Hat es geklappt? Dann gleich noch einmal mit dem anderen Fuß!