Die wichtigsten Fakten zur Sonnencreme

Lange bevor Sonnenbrand sich bemerkbar macht, schädigt UV-Strahlung die Erbsubstanz in den Hautzellen – so das Bundesamt für Strahlenschutz. Wer sich oft und lange ungeschützt der Sonne aussetzt und häufig Sonnenbrand bekommt, steigert damit sein Hautkrebsrisiko. Die natürlichen Reparatursysteme, die die durch die UV-Strahlung hervorgerufenen Schäden normalerweise wieder beseitigen können, werden überbelastet und sind nicht mehr in der Lage, die Schäden am Erbgut zu reparieren. Daher ist es wichtig, die Haut richtig vor dem Eindringen der UV-Strahlung zu schützen.

Zwei Wirkungsprinzipien: chemischer oder physikalischer Schutz

Sonnenschutzmittel werden nach ihrem Wirkungsprinzip in zwei verschiedene Arten eingeteilt. Die einen schützen durch chemische UV-Filter, die anderen durch physikalische. Chemische Sonnenschutzmittel beinhalten Stoffe, die die UV-Strahlen aufnehmen und in andere Energieformen, wie zum Beispiel Wärme, umwandeln. Physikalisch wirkende Sonnenschutzmittel dagegen reflektieren die Sonnenstrahlen. Sie bestehen aus kleinen Partikeln, die wie Spiegel wirken und die Sonnenstrahlen zurückwerfen, ohne dass sie überhaupt in die Haut dringen können. Um einen umfangreichen Schutz zu erreichen, kombinieren viele moderne Sonnenschutzcremes bereits beide Wirkungsprinzipien. Sie sind in der Regel gut verträglich und schützen zuverlässig.

Die richtige Sonnencreme findenblaue-sonnencreme-mit-deckel-gelb

Sonnencremes gibt es in den verschiedensten Ausführungen. Sie sind als klassische Creme erhältlich, als Sprays, Gels oder als Lotionen. Bei der Wahl der richtigen Sonnencreme spielt an erster Stelle jedoch der Lichtschutzfaktor eine Rolle. Dieser bestimmt sich zunächst nach dem persönlichen Hauttyp. Wer eine sehr helle Haut hat und zum Hauttyp 1 gehört, hat eine Eigenschutzzeit von maximal 10 Minuten. Diese Eigenschutzzeit ergibt, multipliziert mit dem Lichtschutzfaktor, die Zeit in Minuten, die Sie mit Hauttyp 1 in der Sonne verbringen können. Bei einem Lichtschutzfaktor von 20 wären dies dementsprechend 200 Minuten. Die meisten Menschen in Deutschland werden zum Hauttyp 2 oder 3 gezählt. Menschen mit Hauttyp II haben blonde Haare, helle Augen und häufig Sommersprossen. Sie bekommen schnell einen Sonnenbrand und die Eigenschutzzeit liegt bei 10 bis 20 Minuten. Hauttyp III hat hellbraune bis braune Haare, einen mittleren Teint und wird schnell braun. Menschen mit diesem Hauttyp können sich ohne Schutz bis zu einer halben Stunde in der Sonne aufhalten. Noch größer ist die Eigenschutzzeit der Haut mit 45 Minuten beim Hauttyp IV. Er hat dunkelbraune bis schwarze Haare, eine dunkle Haut und dunkle Augen. Sonnenbrand bekommen Menschen mit diesem Hauttyp sehr selten. Dennoch benötigen sie einen Schutz, wenn sie sich der Sonnenstrahlung aussetzen.

Einige Rechenbeispiele:

Sie sind blond, haben mit einer hellen Haut Hauttyp II und bekommen ohne Sonnenschutz oft Sonnenbrand. Die Eigenschutzzeit Ihrer Haut liegt bei maximal 20 Minuten. Sie möchten gern an den Strand und dort höchstens 2 Stunden in der Sonne liegen. Den benötigten Lichtschutzfaktor berechnen Sie wie folgt:

120 Minuten (Aufenthaltsdauer) : 20 (Eigenschutzzeit) = 6 (Lichtschutzfaktor)

Mit Hauttyp III und mittlerem Teint möchten Sie einige Zeit im Garten verbringen. Daheim haben Sie Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor 20. Wie lange Sie im Garten in der Sonne bleiben können, errechnen Sie so:

30 (Eigenschutzzeit) x 20 (Lichtschutzfaktor) = 600 Minuten (10 Stunden Aufenthaltsdauer)

Mit Sonnencreme mit dem richtigen Lichtschutzfaktor können Sie fast den ganzen Tag im Freien verbringen. Das bedeutet jedoch nicht, dass es genügt, die Sonnencreme morgens aufzutragen. Der Lichtschutzfaktor besagt allein, um welche Zeit die Art von Sonnencreme die Eigenschutzzeit verlängert. Damit der Sonnenschutz zuverlässig wirkt, sollten Sie spätestens alle zwei Stunden nachcremen. Zudem sollte die theoretisch mögliche Aufenthaltsdauer nie vollständig ausgereizt werden. Bei dieser handelt es sich um einen Wert, der dem Labor entstammt. Wer nicht weiß, wie lange er sich in der Sonne aufhalten wird oder sich seines Hauttypes nicht sicher ist, kann als Faustregel Sonnencreme mit dem Lichtschutzfaktor 20 auftragen. Ist es Hochsommer, die Haut besonders empfindlich oder handelt es sich um Kinder, wird als Lichtschutzfaktor ein Minimum von 30 empfohlen. Wer einen Urlaub in wärmere Regionen plant, sollte eher auf einen noch höheren Lichtschutzfaktor zurückgreifen.

Der Lichtschutzfaktor bezieht sich ausschließlich auf die UV-B-Strahlung. Beim Kauf der Sonnencreme sollten Sie daher darauf achten, dass auf der Packung auch auf den UV-A-Schutz hingewiesen wird.

Sonnenschutz richtig auftragenarm-eincremen-mit-sonnencreme

Damit Sonnencreme vollständig schützt, sollte sie großzügig aufgetragen werden. Mehrere Esslöffel benötigt ein Mensch, der den ganzen Körper eincremen möchte. Wer beim Auftragen der Sonnencreme spart, beeinträchtigt die Wirkung. Hautstellen, die beim Eincremen gern vergessen werden, sind die Ohren, aber auch die Füße. Wer auf dem Bauch am Strand liegt, sollte auch die Fußsohlen mit eincremen. Generell gilt zudem die Empfehlung, die Sonnencreme 30 Minuten einwirken zu lassen, bevor man damit in die Sonne geht. Nur Sonnencreme, die rein physikalisch wirkt, benötigt diese Einwirkzeit nicht. Nach physischer Anstrengung und nach dem Baden muss die Sonnencreme erneut aufgetragen werden, auch wenn es sich um wasserfeste Sonnencreme handelt.

Wer zu Allergien neigt oder schnell auf Hautpflegeprodukte reagiert, sollte eher zu Sonnencremes mit physikalischem Filter greifen. Zudem gibt es eine Vielzahl an Sonnencremes im Angebot, die für Allergiker geeignet sind.

Zuletzt ein eindringlicher Ratschlag: Unterschätzen Sie die Sonne nicht!

Hohe Lichtschutzfaktoren und vielversprechende Werbebotschaften lassen uns leider zu oft vergessen, dass auch die beste Sonnencreme keinen 100%igen Schutz bieten kann. Denn grundsätzlich wird unser Eigenschutz immer nur verlängert, nicht verstärkt! Eine allzu intensive Sonnenstrahlung, z.B. an einem heißen Sommertag in der Mittagszeit, wird immer eine gewisse Schädigung unserer Haut verursachen. Je länger bzw. häufiger wir unsere Haut solch einer Belastung aussetzen, desto wahrscheinlicher werden bleibende Schäden. Also: Erwarten Sie nicht zu viel von einer Sonnencreme und denken Sie zuerst an Ihre Gesundheit und erst (ein ganzes Stück) später an Ihren Teint! Dazu noch eins: Das Gerücht, man könne im Schatte nicht bräunen, hält sich zwar hartnäckig, ist aber falsch!