Einschränkungen im Alter? Nein danke!

Das Alter allein ist kein Grund, Einschränkungen hinnehmen zu müssen. Wer seinen Alltag aktiv gestaltet, sein Umfeld an seine individuellen Bedürfnisse anpasst und auch im Alter noch die Welt entdeckt, kann das Mehr an Freizeit ausgiebig genießen.

Wir stellen Ihnen im Folgenden einen Tipps und Ratschläge an die Hand, die Ihnen helfen sollen, Ihren Lebensabend ohne große Einschränkungen auskosten zu kommen.

Die Themen im Überblick:

Seniorengerecht reisen

paar-senioren-urlaub-karte-sommer-schatten

Damit das Reisen im Alter entspannt bleibt und uneingeschränkt Freude macht, sollte der Urlaub vorab gut geplant werden. Wohin die Reise geht, kommt auf die persönlichen Vorlieben an. Eine Städtereise, Wandern in den Bergen, ein ausgedehnter Urlaub am Strand oder abwechslungsreiche Fernreisen – all dies ist im Alter noch möglich. An erster Stelle sollte vor der Entscheidung für die Reise die Beratung beim Hausarzt stehen. Der kann nicht nur zu möglicherweise nötigen Impfungen beraten, sondern auch Hinweise zu regelmäßig einzunehmenden Medikamenten geben.

Mit Medikamenten reisen

Ganz oben auf der Liste der Reisevorbereitungen stehen die Medikamente. Überprüfen Sie, ob Sie alle Medikamente, die Sie regelmäßig einnehmen, in ausreichender Menge vorrätig haben. Je nachdem, wohin die Reise geht, sollten Sie mit Ihrem Hausarzt besprechen, welche Medikamente außerdem noch mit in die Reiseapotheke gehören und ob sich diese mit Ihren anderen Medikamenten vertragen. Vor allem Sonnenschutzmittel, Mückenspray, Schmerzmittel, Durchfallmittel und Elektrolyte sind hilfreich bis unentbehrlich. Reisen Sie ins Ausland, fragen Sie bei der Botschaft Ihres Ziellandes, ob und in welchen Mengen die Mitnahme Ihrer Medikamente erlaubt ist. Ihr Arzt kann Ihnen zudem eine Erklärung in englischer Sprache ausstellen, in der er Ihre Medikamente auflistet.

Wann, wie und wieviel einnehmen

Neben den Hinweisen zu den Medikamenten an sich sollten Sie vor der Reise klären, wann die Medikamente eingenommen werden müssen. Vor allem, wenn eine Zeitverschiebung stattfindet, muss die Einnahmezeit eventuell angepasst werden. Doch auch andere Faktoren spielen eine Rolle. Vielleicht stehen Sie im Reiseort eher auf, um besonders viel zu sehen und nehmen Ihr Frühstück und Ihre Medikamente daher besonders zeitig ein? Oder Sie haben vor, so richtig auszuschlafen und die Einnahmezeit verschiebt sich nach hinten? Chronisch Kranke und Diabetiker sollten zudem vorab über die richtige Einstellung ihrer Medikamente sprechen und bedenken, dass sich im Urlaub die Essgewohnheiten häufig ändern.

Reisen mit Handicap

Handicaps sind kein Grund dafür, zu Hause zu bleiben. Allerdings sollten Menschen mit Behinderungen oder mit chronischen Erkrankungen ihre Reise sorgfältig planen. Neben den Vorkehrungen hinsichtlich der Medikamente ist eine barrierefreie Unterkunft die Grundvoraussetzung für eine angenehme Reise. Viele Hotels sind inzwischen nicht nur barrierefrei, sondern bieten auch entsprechende Services, wie den Transport zum Flughafen und Kofferservices an. Es gibt viele Reiseveranstalter, die Komplettangebote für behindertengerechtes Reisen parat haben. Wer sich für ein solches Angebot entscheidet, muss sich nicht selbst um die Planung kümmern, sollte sich aber genau schriftlich geben lassen, welche Leistungen das Angebot umfasst. Prüfen Sie darüber hinaus Ihren individuellen Versicherungsschutz. Hierfür können Sie bei Ihrer Krankenkasse nachfragen, ob Ihre Versicherung auch Leistungen im Urlaubsland abdeckt oder Sie eine Auslandsreiseversicherung abschließen müssen. Lassen Sie sich genau erklären, was Sie tun müssen, wenn Sie im Reiseland einen Arzt benötigen.

Hinsichtlich der An- und Abfahrt gilt es Folgendes zu beachten:

  • Bei Flugreisen muss die Mitnahme eines Rollstuhls vorher angemeldet werden. Das geschieht bestenfalls schon bei der Buchung. Etwa 48 Stunden vor dem Abflug können Sie sich noch einmal mit der Fluggesellschaft in Verbindung setzen und klären, ob Sie Hilfe benötigen und sich die Mitnahme des Rollstuhls bestätigen lassen.
  • Klären Sie mit Reiseveranstalter oder Fluggesellschaft, ob es spezielle Formulare mit Behinderten-Betreuungshinweisen gibt, die Sie ausfüllen können. Geben Sie diese am Tag der Reise beim Bodenpersonal ab.
  • Reisen Sie mit der Bahn, können Sie online einen Mobilitätsservice buchen. Die Bahn bietet ein Formular zur Anmeldung einer Hilfeleistung, in dem Sie angeben können, dass Sie Hilfe beim Ein-, Um- oder Aussteigen benötigen oder zum Beispiel ein Hublift für Ihren Rollstuhl notwendig ist.
  • Für Reisen mit dem Bus gibt es zahlreiche Spezialfahrzeuge, wie Rollstuhlbusse. Diese sind mit Rampen oder Hebebühnen ausgestattet und zum Teil mit einem Behinderten-WC versehen.

Wohnen im Alter

sofa-Seniorin-kopfhoerer-gut-drauf

„Warum in die Ferne schweifen?“, dichtete Goethe einst. Wer im Alter aktiv bleiben möchte, muss dafür nicht unbedingt auf Reisen gehen. Auch der Alltag lässt sich ohne Einschränkungen genießen, wenn die Voraussetzungen stimmen. Die meisten Senioren wollen in ihrer gewohnten Umgebung bleiben. Mit einfachen Hilfsmitteln lassen sich typische Probleme im Alltag, mit denen sich ältere Menschen früher oder später konfrontiert sehen, oftmals erstaunlich einfach überwinden. Im Bad können Haltegriffe oder eine Toilettensitzerhöhung eine enorme Erleichterung bedeuten und auch moderne Helfer im Haushalt (wie Staubsauger-Roboter, elektrische Dosenöffner oder Greifarme zum leichteren Erreichen verschiedenster Gegenstände) machen (nicht nur) Senioren das Leben leichter. Sollten Sie allerdings feststellen, dass Ihre Wohnung absolut nicht mehr zu Ihren Ansprüchen passt, sollten Sie sich nicht gegen einen Umzug sperren, denn Sie können in vielerlei Hinsicht von einem Wohnungswechsel profitieren.

Soziale Aspekte beachten

Ein Umzug kann zum Beispiel dann Sinn machen, wenn Sie weder Freunde noch Familie an Ihren Wohnort binden. Vielleicht haben sich Ihre Kinder in einer anderen Stadt eingerichtet und Sie könnten durch einen Umzug Ihre Familie öfter sehen? Mit einer eigenen Wohnung bleibt die Unabhängigkeit gewahrt und wer sich an Freizeitveranstaltungen für Senioren beteiligt oder einem Verein beitritt, findet bald auch in einer neuen Umgebung Anschluss an Altersgenossen. Auch wer in einem infrastrukturell schlecht ausgestatteten Ort lebt, kann von einem Wohnortwechsel profitieren. Wer einen solchen Umzug in Kauf nimmt, kann die Gelegenheit nutzen und gleich in eine seniorengerechte Wohnung ziehen.

Wohnformen für Senioren

Die Wohnformen für Senioren sind äußerst vielfältig. Eine seniorengerechte Wohnung allein kann den Alltag schon enorm erleichtern. Zudem kann die Pflege daheim – angefangen bei der Hilfe bei Haushalt und Einkauf bis hin zur Hilfe bei der Körperpflege und beim Anziehen -, oder das betreute Wohnen, das Wohnen in einem Mehrgenerationenhaus oder in einer Senioren-WG zur Gewinnung von mehr Lebensqualität beitragen. Beratungsstellen und Seniorenbüros helfen bei der Wahl der richtigen Wohnform weiter und können darüber hinaus wertvolle Tipps geben, wenn der Umzug ins Heim ansteht.

Seniorengerechtes Wohnen

Eine seniorengerechte Wohnung verfügt nicht nur über eine besondere Ausstattung. Eine zentrale Rolle spielt ferner ihre Lage. Wenn Sie sich nach einer seniorengerechten Wohnung umschauen, prüfen Sie demnach zunächst die Infrastruktur. Dazu gehört neben der Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel die Nähe zu Einkaufsmöglichkeiten, Betreuungsangeboten und gesundheitlichen Dienstleistungen. Je nachdem, ob zudem pflegerische Leistungen benötigt werden, können zudem Seniorenappartements in Seniorenzentren in Betracht gezogen werden.

Die Wohnung an sich sollte barrierefrei sein. Viele Senioren ziehen von oberen Etagen im selben Haus ins Erdgeschoss, ohne auf barrierefreie Zugänge zu achten. Die wenigen Stufen, die dann mitunter zu erklimmen sind, können jedoch schnell zum Problem werden. Seniorengerechte Wohnungen sollten stufenfrei erreichbar sein, beispielsweise durch einen Fahrtstuhl, der vom ebenerdigen Erdgeschoss bis in die eigene Etage fährt. Schwellen oder Stufen sollte es auch in der Wohnung nicht geben. Von Vorteil ist ein Bad, das von vornherein mit Halte- und Stützgriffen ausgestattet ist und eine bodengleiche Dusche aufweist. In der gesamten Wohnung sollte zudem genügend Platz herrschen, um sich auch mit Rollator oder Rollstuhl ungehindert darin bewegen zu können. Klären Sie vor der Unterzeichnung des Mietvertrages zudem ab, ob es einen Hausmeisterservice gibt, der sich um die Reinigung des Hauses und die Schneeräumung kümmert.

Betreutes Wohnen

Wer nicht nur eine seniorengerechte Wohnung benötigt, sondern sich im Bedarfsfall schnelle Hilfe in seiner Nähe wünscht, liegt mit dem betreuten Wohnen richtig. Hierbei leben Sie unabhängig und selbstständig in Ihrer Seniorenwohnung, sind aber in eine spezielle Wohnanlage eingebunden. Es gibt Gemeinschaftsräume für gemeinsame Veranstaltungen und die Bewohner werden je nach Bedarf mit bestimmten Diensten versorgt. Diese Services reichen von Unterstützung im Haushalt bis hin zur ambulanten Pflege. Neben dem Mietvertrag zur Wohnung schließen Senioren beim betreuten Wohnen in der Regel ein Paket mit Zusatzleistungen in Form eines Service- oder Betreuungsvertrages ab. Egal, ob Sie sich für den Verbleib in Ihrem gewohnten Zuhause oder für einen Umzug entscheiden, mit der passenden Einrichtung können Sie lange unabhängig bleiben. Entscheidend dafür ist auch die körperliche Fitness, die sich durch Sport auch im Alter erhalten und sogar steigern lässt.

Fit und aktiv bis ins hohe Alter

seniorin-gynastik-matte-trainer

Der älteste Marathonläufer der Welt, Fauja Singh, ist erst mit 89 Jahren seinen ersten Marathon gelaufen und damit das beste Beispiel dafür, wie anpassungs- und leistungsfähig der Körper auch jenseits der 50 ist. Einschränkungen gibt es dabei, was die Sportart angeht, prinzipiell nicht. Allerdings sollten Ältere den Körper nicht überfordern und bedenken, dass beispielsweise die Muskeln sich nicht mehr so stark dehnen. Was für wen geeignet ist, sollte vor allem bei Wieder- oder Neueinsteigern der Arzt bei einem medizinischen Gesundheitscheck und einem Fitnesscheck abklären. Wer rüstig bleiben möchte, muss also nicht gleich einen Marathon laufen, allerdings trägt Sport dazu bei, den gesunden Lebensabend zu verlängern und das Alter ist kein Grund dafür, auf ihn zu verzichten. Ganz im Gegenteil finden viele Menschen, die im mittleren Alter durch Beruf und Familie zu eingespannt waren, um Sport zu treiben, nun erst wieder Zeit dafür.

Ausdauer, Gleichgewicht und Muskelkraft stärken

Um kräftig und beweglich zu bleiben, sollten Senioren durch zielgerichtetes Training sowohl Kraft als auch Ausdauer und Gleichgewicht stärken. Ausdauersportarten, die die Gelenke schonen und das Herz-Kreislauf-System trainieren, sind beispielsweise das Radfahren, Schwimmen, Wandern, Tanzen oder Walken. Wer ausdauerfähiger ist, ermüdet nicht so schnell und ist weniger kurzatmig.

Krafttraining im Alter

Neben dem Herz-Kreislauf-Training ist Krafttraining im Alter besonders wichtig. Der Mythos, dass Krafttraining für ältere Menschen gesundheitsschädlich sei, ist schon längst durch wissenschaftliche Untersuchungen widerlegt worden. Ganz im Gegenteil verhindert Krafttraining, dass die Muskulatur schrumpft und Schwäche und Gebrechlichkeit auftreten. Es sorgt dafür, dass das Verhältnis von Fett und Muskeln im Körper ausgeglichen bleibt und sich neben den Muskeln die Sehnen und Bänder stärken. Damit sinkt die Verletzungsgefahr im Alltag und die Beweglichkeit in den Gelenken wird verbessert. Wer noch nie Krafttraining durchgeführt hat, profitiert von einer fachgerechten Anleitung. Dann ist Krafttraining auch bequem in den eigenen vier Wänden möglich. Hierfür werden lediglich Gewichtsmanschetten und Hanteln mit veränderbarem Gewicht benötigt, um die Gewichtsbelastung zu steigern. Trainieren sollten sie an zwei Tagen in der Woche, zwischen denen eine Pause von zwei bis drei Tagen liegt, in der sich die Muskulatur erholen kann. Vor dem Beginn des Krafttrainings empfiehlt sich, wie vor der Aufnahme des Ausdauertrainings auch, der Gesundheitscheck durch den Hausarzt.

Das Gleichgewicht trainieren

Neben dem Kraft- und Ausdauertraining ist im Alter für die Mobilität das Training des Gleichgewichts entscheidend. Unsicherheit beim Gehen oder gar Schwindelgefühle nehmen im Alter oft zu. Dabei lässt sich das Gleichgewichtssystem auch im Alter hervorragend trainieren und die Gleichgewichtsfähigkeit entscheidend verbessern. Der Körper reagiert auf Aktivität und auf Trainingsreize mit Anpassungsvorgängen. Wer jedoch inaktiv bleibt, muss mit einer Verschlechterung seiner Leistungsfähigkeit rechnen. Spätestens, wer bei der Hausarbeit merkt, dass er Unsicherheiten entwickelt oder schwankt, sollte demnach mit dem gezielten Gleichgewichtstraining beginnen.

Für das Training des Gleichgewichts sind Übungen im Stehen hervorragend geeignet. Neben speziellen Übungen und Kursen eignen sich auch Gymnastik, Tanzen und Thai Chi. Oder Sie entscheiden sich für Life Kinetic, bei dem Sie Körper und Geist zugleich trainieren und ihr Gehirn vor neue Aufgaben stellen. Das Gleichgewichtstraining sollte mit Kraft- und Ausdauertraining kombiniert werden, um dem Körper Ausgleichsbewegungen, wie das Abfangen des schwankenden Körpers durch das schnelle Aufstellen des Fußes, zu ermöglichen.