Endlich Rente! So gehen sie gelassen in den Ruhestand und können die neue Lebensphase voll und ganz genießen

Mit 20 oder 30 ist die Rente so weit weg, dass man gar nicht wirklich darüber nachdenkt. Mit 40 oder 50 erwischt man sich in stressigen oder frustrierenden Moment im Job immer mal beim Gedanken „Könnte ich doch einfach schon in Rente gehen!“ Und mit 60? Wird es langsam ernst! Und so manchem wird beim Gedanken daran, morgens nicht mehr zur Arbeit zu „müssen“, plötzlich ganz komisch. Das ist ganz normal und gehört bei einer so großen Veränderung einfach dazu. Allerdings geht bei manchen das mulmige Gefühl soweit, dass  sie Tag X geradezu fürchten und der wohlverdiente Ruhestand mit ernsthaften depressiven Verstimmungen einhergeht. Damit das bei Ihnen nicht passiert, haben wir Ihnen im Folgenden ein paar nützliche Tipps zusammengestellt.

Papierkram nicht vergessen!alter-mann-sitzt-schreibt

Etwas banal, aber der Vollständigkeit halber: Kümmern Sie sich rechtzeitig um Ihren Rentenantrag. Unterlagen zusammensuchen und Formulare ausfüllen tun wohl die wenigsten so richtig gern. Schieben Sie es dennoch nicht so lange hinaus, dann bleibt genügend Zeit, sich zu informieren, falls beim Antrag ausfüllen Fragen oder Probleme auftreten.

Machen Sie sich mit dem Gedanken vertraut

Ein großer Fehler, den viele angehende Rentner machen: den Gedanken an die bevorstehende Rente so lange wie irgend möglich zu verdrängen. Diese Strategie hat im Grunde nur Nachteile…Viele Arbeitnehmer erschweren auf diese Weise die Übergabe der Projekte an jüngere Mitarbeiter. Das führt dazu, dass kurz vor ihrem Austritt eine gewisse Hektik ausbricht und der werdende Rentner mit einem unguten Gefühl von „ohne mich, wird es hier nicht richtig laufen“ seinen Schreibtisch räumt. Die Kollegen auf der anderen Seite, sind (zu recht) genervt von Ihrer mangelnden Weitsicht und Kooperationsbereitschaft. Zudem kommt der erste freie Tag dann gefühlt unheimlich plötzlich und die Erkenntnis, dass das Berufsleben nun vorbei ist, trifft die frischgebackenen Rentner mit voller Härte. Kombiniert mit der Tatsache, dass sich noch keine Gedanken gemacht wurden, was man mit der vielen Zeit denn nun anfangen könne, fallen Betroffene nicht selten in eine Art Loch und empfinden den Ruhestand als quälend langweilig.

Machen Sie es also besser und beginnen Sie frühzeitig, sich mit dem Thema zu befassen – sowohl bei der Arbeit als auch zu Hause. Bei der Arbeit können Sie anfangen, Listen anzufertigen und eine entspannte Übergabe anleiern. Nehmen Sie sich dafür genügend Zeit, so können Sie mit einem guten Gefühl gehen und Ihre Kollegen werden Sie in guter Erinnerung behalten. Privat lassen Sie Ihren Gedanken einmal freien Lauf. Gibt es etwas, das Sie schon immer reizte? Haben Sie ein Hobby, dem Sie endlich mehr Zeit widmen können? Verfallen Sie nicht dem Irrglauben, Sie müssten sich nun unbedingt neue Aufgaben überlegen. Sie dürfen Ihre Rente ruhig ganz gelassen angehen. Aber unterschätzen Sie auch nicht, wie schnell ein gutes Buch zu Ende gelesen ist oder auf dem Balkon alle Töpfe neu bepflanzt sind.

Schätzen Sie Ihr Alter realistisch ein alter-mann-haengematte-entspannt

Bei den (werdenden) Rentnern von heute gibt es interessanter Weise zwei große, sehr gegensätzliche Gruppen. Zum einen diejenigen, die glauben, mit etwas über 60 sei man schon alt und könne eigentlich nicht mehr viel mit seinem Leben anfangen. Auf der anderen Seite dann diejenigen, die finden, Sie seien noch viel zu jung für die Rente und die jungen Kollegen wären ohne sie völlig aufgeschmissen. In aller Regel haben beide Gruppen unrecht. Auf dem Weg zur Rente ist es wichtig, das eigene Alter realistisch zu bewerten. Waren Menschen vor 20 oder 30 Jahren mit 60 in der Tat schon recht alt, so sieht die Sache heute anders aus. Statistisch haben Sie mit 60 noch über 20 Jahre vor sich, die Sie bei guter Gesundheit verleben können. Also: Verkriechen Sie sich nicht, sondern freuen Sie sich, dass 60 heute kein Alter ist und Sie die besten Voraussetzungen haben, Ihre Rente in vollen Zügen zu genießen. Auf der anderen Seiten müssen Sie sich natürlich auch eingestehen, dass Sie keine 30 mehr sind. Sie haben bereits 30 oder 40 Jahre gearbeitet und sich Ihren Ruhestand verdient. Auch wenn Sie noch fit sind, müssen Sie sich eingestehen, dass Sie kein junger Hüpfer mehr sind.  Die junge Generation ist in vielen Punkten einfach belastbarer. Das ist wahrlich keine Schande! Vergessen Sie Ihre zu hohen Ansprüche und erlauben Sie sich, die Ruhe der Rente zu genießen!

Die Zeit sinnvoll nutzen: ja, den Terminkalender überfüllen: nein.

Das richtige Maß bei der neuen Tagesgestaltung zu finden, ist zugegebener Maßen gar nicht so leicht. Denn es ist ebenso wenig ratsam, sich die Tage mit langer Weile zu füllen, wie es sich empfiehlt, sich völlig zu überfordern und am Ende gestresster zu sein als im Arbeitsleben. So sprechen Psychologen davon, dass unter Rentnern sowohl das sogenannte Boreout-Syndrom (also durch Langeweile und Unterforderung bedingte depressive Stimmungen) als auch das entgegensetzte, durch extremen Stress und permanente Überforderung ausgelöste Burnout-Syndrom verbreitet sei.

Tasten Sie sich also sinnvoll an Ihren neuen Alltag heran und haben Sie nicht den Anspruch, dass sich nach wenigen Monaten schon alles eingependelt haben muss. Stellen Sie fest, dass es Ihnen zu viel wird, streichen Sie die eine oder andere neue Verpflichtung. Ist Ihnen ab und an langweilig, überlegen Sie sich etwas Schönes, um die Zeit besser zu füllen.

Pflegen und knüpfen Sie soziale Kontakte senioren-garten-froehlich

Gerade Männer haben einen Hang dazu, soziale Kontakte im Alter immer weniger zu pflegen. Wer täglich zur Arbeit geht, kommt ja ohnehin mit Menschen in Kontakt… Schwierig wird es, wenn die Rente vor der Tür steht und man plötzlich ganz allein zu Hause sitzt und womöglich tage- oder wochenlang mit niemandem in Berührung kommt. Das gilt auch für Menschen in Partnerschaften, denn auch für eine Beziehung kann dies zur großen Herausforderung werden. Auch wer schon 30 oder mehr Jahre verheiratet ist, wird aneinander geraten, wenn man plötzlich rund um die Uhr beieinander ist und sich im schlimmsten Fall  gemeinsam langweilt.

Machen Sie frühzeitig einen Finanzplan

Zu den eher nicht so schönen Aspekten des Ruhestandes zählt mit Sicherheit das Thema Geld. Während mancher gut vorgesorgt hat, kann dies für den nächsten durchaus zu finanziellen Problemen führen. Rechnen Sie also schon eine ganze Zeit vor der Rente alles einmal durch. Werden Sie mit der Rente alle laufenden Kosten decken können und sogar genügend Geld übrig haben, um sich den einen oder anderen Luxus im Alter zu gönnen? Prima! Ist dies nicht der Fall, sorgen Sie vor. Können Sie Fixkosten senken? Welche Ausgaben sind wirklich nötig und wo können Sie einsparen. Ggf. macht es auch Sinn, sich auch während der Rente etwas dazuzuverdienen? Schieben Sie dieses Thema nicht auf die lange Bank. Sollte es bei Ihnen finanziell möglicher Weise knapp werden, ist eine gute und rechtzeitige Planung besonders wichtig.

Genießen Sie Ihre Rente!

Der letzte Tipp, der am einfachsten klingt, vielleicht aber am schwersten umzusetzen ist, lautet: Lassen Sie es sich einfach gutgehen. Genießen Sie die freie Zeit und die vielen neuen Möglichkeiten! Keinesfalls „müssen“ Sie jetzt irgendetwas anderes machen. Aber die können. Sie haben Ihr Leben lang gearbeitet und nun entscheiden Sie allein, womit Sie sich die Tage vertreiben. Machen Sie sich diesen Luxus immer mal ganz bewusst, denn seien wir ehrlich: Die Rente ist wirklich eine tolle Erfindung, die Sie sich nicht selber madig machen sollten!