Hämorrhoiden erkennen und behandeln

Hämorrhoiden hat jeder. Im Volksmund spricht man in der Regel jedoch erst dann von ihnen, wenn sie beginnen, Probleme zu bereiten. Den meisten Betroffenen ist ihr Leiden unangenehm und sie vermeiden es zunächst, damit zum Arzt zu gehen. Dabei ist die Behandlung von Hämorrhoiden im Anfangsstadium einfach und wirkungsvoll.

Die Themen im Überblick:

Was Hämorrhoiden sind

Die Hämorrhoiden sind Gewebepolster, die sich im Dickdarm, am unteren, äußeren Darmabschnitt in der Nähe des Darmausgangs befinden. Sie haben die Aufgabe, den Darm nach außen hin abzudichten. Hierfür können Sie an Volumen ab- und zunehmen. Beim Stuhlgang fließt das Blut aus dem sonst gut durchbluteten Gewebepolster ab, es wird kleiner und der Stuhl kann passieren. Dann strömt das Blut wieder in das Gewebe der Hämorrhoiden zurück, sie werden wieder größer und verschließen den Darmausgang sicher. Die Hämorrhoiden an sich sind also nicht krankhaft, werden aber im Volksmund häufig als Synonym für das Hämorrhoidalleiden verwendet, wenn sie nicht mehr reibungslos funktionieren.

Zu Hämorrhoiden im Sinne der Krankheit kommt es, wenn sich die Blutgefäße des Gewebepolsters ausweiten und vergrößern. Vergrößern sich die Venen im Anus, treten knotige Erweiterungen in Erscheinung oder die Schwellkörper stülpen sich sogar aus. Hämorrhoiden, beziehungsweise krankhafte Veränderungen an ihnen, machen sich dann durch Juckreiz, Druckgefühle oder gar Blutungen am After bemerkbar.

Wie stark das Hämorrhoidalleiden fortgeschritten ist, teilen Mediziner in vier verschiedene Grade ein. Hämorrhoiden im Anfangsstadium werden in Grad eins und zwei eingestuft. Sie sind noch weich und lassen sich vom Arzt durch reines Ertasten nicht erkennen. Oft treten anfangs auch noch keine Symptome auf. Hämorrhoiden im schweren Stadium werden in Grad drei oder vier eingeteilt. Bei ihnen treten die Hämorrhoiden aus dem After heraus und gleiten nicht mehr von selbst in ihre Ausgangsposition zurück.

Ursachen und Risikofaktoren

Die Ursache für Hämorrhoidendefinition-haemo-300px

Warum der eine Hämorrhoiden bekommt, während der andere davon verschont bleibt, ist noch nicht gänzlich geklärt. Allerdings gibt es Risikofaktoren, die zu vergrößerten Hämorrhoiden beitragen oder diese auslösen. Generell nimmt das Risiko, an Hämorrhoiden zu erkranken, mit steigendem Alter zu. Dies hat mit der Beschaffenheit des Bindegewebes zu tun, das die Schwellkörper im Anus umgibt. Mit zunehmendem Alter wird das Bindegewebe schwächer und schlaffer und hält zunehmendem Druck, wie er beim Pressen entsteht, nicht mehr so gut Stand. Doch auch in jungen Jahren können bereits Hämorrhoiden auftreten.

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Als einer der Hauptrisikofaktoren zählt starkes Pressen beim Stuhlgang. Hierdurch wird auf die Blutgefäße Druck ausgeübt und das Blut fließt schlechter ab. Dadurch kommt es zu einer Dehnung der Adern und mit der Zeit zu knotenförmigen Aussackungen. Neben zu hartem Stuhl kann auch zu weicher Stuhl, wie er bei anhaltendem Durchfall oder bei zu langer Anwendung von Abführmitteln auftritt, zu Hämorrhoiden führen. Erhöhter Druck im Bauchraum kann nicht nur beim Pressen Hämorrhoidalleiden hervorrufen. Auch in der Schwangerschaft kann es dazu kommen, dass krankhafte Veränderungen der Hämorrhoiden auftreten. Ebenso gelten Übergewicht, chronischer Husten, eine Herzschwäche oder eine Leberzirrhose als Risikofaktoren. Bei Hämorrhoiden scheint zudem ein erblicher Faktor eine Rolle zu spielen. So gehört eine erblich bedingte Bindegewebsschwäche zu den Ursachen. Allerdings besteht nicht, wie oft angenommen, ein Zusammenhang zu erblich bedingten Krampfadern.

 

Wie sich Hämorrhoiden bemerkbar machen

Hämorrhoiden machen sich nicht immer sofort bemerkbar. Daher ist es schwer einzuschätzen, wie weit die Erkrankung bereits fortgeschritten ist, wenn erste Symptome auftreten. Zu den häufigen Symptomen bei Hämorrhoiden gehören:

  • Blutungen, die schmerzfrei sind und sich auf dem Toilettenpapier, auf der Unterwäsche oder als Blut im Stuhl bemerkbar machen können,
  • Juckreiz im Analbereich
  • Druckgefühle oder das Gefühl, den Darm nicht vollständig entleert zu haben,
  • Schleimabgang oder eine Stuhlinkontinenz, Stuhlschmieren.

Die Symptome können bei Hämorrhoiden ganz unterschiedlich ausfallen und auch auf andere Erkrankungen, wie Analekzeme, Analfissuren oder Pilzinfektionen, hindeuten. Daher sollte bei sämtlichen Veränderungen im Analbereich zunächst ein Arzt aufgesucht werden.

Der richtige Umgang mit Hämorrhoiden

fruechte-herz-300pxWas Betroffene tun können

Gegen Hämorrhoiden kann im Sinne der Vorbeugung jeder selbst etwas tun. Zu den wichtigsten Maßnahmen zählt, beim Stuhlgang nicht zu pressen und sich so zu ernähren, dass der Stuhlgang geregelt bleibt. Dabei hilft eine Ernährung mit vielen Ballaststoffen, wie sie in Vollkorngetreide, Obst und Gemüse vorkommen. Zudem gehören regelmäßige Bewegung und eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr in Form von Wasser und anderen ungesüßten Getränken, wie Kräuter- oder Früchtetee, zu einer gesunden Lebensweise und der Vorbeugung von Hämorrhoiden dazu. Wer bereits an Hämorrhoiden leitet und seine Lebensweise umstellt, beeinflusst damit nicht nur den Therapieerfolg positiv, sondern verringert auch die Gefahr, dass sich erneut Hämorrhoiden bilden.

Treten leichte Beschwerden auf, lassen sich diese häufig mit geeigneten Mitteln aus der Apotheke lindern. Neben Salben, Cremes und Zäpfchen, die Entzündungen und Juckreiz lindern und gefäßverengend wirken, sind Sitzbäder erhältlich. Wichtig ist auch bei der Anwendung dieser Mittel, auf die richtige Analhygiene zu achten. Die Verwendung von weichem Toilettenpapier gehört hierzu ebenso, wie die Reinigung der Analregion mit klarem Wasser. All dies kann die Symptome lindern, beseitigt aber nicht die Ursache für die Hämorrhoiden.

Behandlung von Hämorrhoiden in Abhängigkeit des Schweregrades

Hämorrhoiden des Schweregrades eins und zwei, die nur leichte Beschwerden hervorrufen, können konservativ mit Salben oder Zäpfchen behandelt werden. Hierbei kommen entzündungshemmende Substanzen zum Einsatz. Häufig wird dabei auf heilpflanzliche Stoffe, wie Hamamelis, oder kortisonhaltige Präparate zurückgegriffen. Wer unter Juckreiz oder gar Schmerzen leidet, bekommt betäubende Präparate verschrieben. Diese enthalten Stoffe, wie Benzocain, Cinchocain oder Lidocain, die die betroffene Region betäuben. Zudem helfen Sitzbäder mit entzündungshemmenden Stoffen. Gängig hierfür ist beispielsweise die Eichenrinde oder Kamille. Damit sich das veränderte Gewebe wieder zurückbilden kann, wendet der Arzt in diesem Stadium der Hämorrhoiden semi-operative Eingriffe an. Beliebt ist hierbei besonders das Veröden. Zum Einsatz kommen als schmerzfreie Behandlungsmethoden zudem Analdehner zur Lockerung und Durchblutung der Schließmuskulatur oder die Gummibandligatur, bei der die Hämorroiden mit Gummibändern abgeschnürt werden.

Sind die Hämorrhoiden bereits weiter fortgeschritten und werden in Grad drei oder vier eingeteilt, sind sie nur noch operativ zu entfernen. Bevor ein operativer Eingriff erforderlich ist, können Hämorrhoiden bis zum Grad drei jedoch noch auf minimal-invasive Weise entfernt werden. Daher ist es wichtig, dieses Leiden so früh wie möglich beim Arzt anzusprechen und sich dementsprechend behandeln zu lassen.