Info: Impfen – Was Sie zum Thema wissen sollten

Wissen Sie, wo Ihr Impfpass ist? Sind im kommenden Jahr bei Ihnen Impfungen fällig? Was genau bewirkt eigentlich eine Impfung? Gibt es Risiken? Die meisten Menschen sind bei diesem Thema eher mittelmäßig informiert. Während wir bei unseren Kindern noch genau darauf achten, dass keine Impfung vergessen wird, ist das Thema für die  meisten Erwachsenen eigentlich gar kein Thema mehr. Ein paar Grundinfos sollten Sie allerdings schon haben, da Impfungen  zu den wirksamsten und daher wichtigsten Präventivmaßnahmen für unsere Gesundheit gehören. Im Folgenden haben wir Ihnen das Wichtigste in aller Kürze zusammengestellt.

Die Themen im Überblick:

Was leisten Impfungen und warum sind sie so wichtig?

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Impfungen zählen zu den wertvollsten Errungenschaften der modernen Medizin und haben diese zweifelsohne revolutioniert. Denn keine auch noch so gute Heilmethode kann leisten, was Impfungen uns ermöglichen: das Ausbrechen einer Krankheit von vornherein zu verhindern.

Wie funktioniert eine Impfung?

Das Prinzip einer Impfung ist so einfach wie genial: Indem wir unseren Körper mit bestimmten Krankheitserregern bewusst, aber in kontrolliertem Maße, in Kontakt bringen, zwingen wir unser Immunsystem, auf die (in diesem Fall harmlosen) Eindringlinge zu reagieren. In der Folge produziert unser Körper Anti-Körper, die uns fortan gegen die jeweiligen Erreger schützen. Kommt er nochmals, dieses Mal auf ‚natürlichem Wege‘ mit diesen Erregern in Berührung, ist unser Immunsystem bereits gewappnet. Die dank der Impfung im Körper vorhandenen Anti-Körper verhindern einen Ausbruch der Krankheit.

Für wen sind welche Impfungen sinnvoll oder sogar wichtig?

Viele Menschen bringen Impfungen vor allem mit kleinen Kindern oder älteren und/oder geschwächten Personen in Verbindung. Dabei sollte jeder Mensch, gleich welches Alters, regelmäßig überprüfen, ob sein Impfschutz noch aktuell ist. Denn leider schützen uns nicht alle Impfungen ein Leben lang, einige, z.B. gegen Tetanus und Diphterie, sollten regelmäßig, im Abstand von 10 Jahren, aufgefrischt werden.

Der Aufwand ist zum Glück gering und die Kosten werden in aller Regel von den Krankenkassen übernommen. Daher sollte jeder auf einen aktuellen Impfschutz achten. Ihr Hausarzt gibt Ihnen jederzeit Auskunft darüber, welche Impfungen für Sie sinnvoll sind.

Kritiker warnen vor Impf-Risiken und Nebenwirkungen – Was ist dran?

Allen unbestreitbaren Erfolgen zum Trotz, bestehen Impf-Gegner bis heute darauf, dass Impfungen zahlreiche Risiken bergen, die den Nutzen angeblich sogar übersteigen. Schwer vorstellbar, wenn man bedenkt, dass verschiedene Krankheiten (wie Pocken oder Polio) dank Impfungen beinahe weltweit ausgerottet werden konnten. Je höher die Impfraten, desto seltener die überlieferten Krankheitsfälle, die Wirksamkeit moderner Impfstoffe steht also außer Frage.

Zugleich sind die Fälle, bei denen es zu ernsthaften Komplikationen kommt, extrem selten und beinahe komplett auf allergische Reaktionen beschränkt. Typische „Nebenwirkungen“, wie ein schwerer Arm, ein Gefühl von Abgeschlagenheit oder leichtes Fieber sind nicht selten, aber vollkommen ungefährlich und nur von kurzer Dauer. Der Grund dafür liegt fast schon auf der Hand: Verabreichen wir unserem Körper durch die Impfung eine geringe Dosis eines potentiellen Krankheitserregers, geht unser Immunsystem in Kampfstellung und produziert im großen Stil Anti-Körper. Diese Reaktion ist genauso gewünscht und für unseren Körper auch problemlos zu bewältigen. Dennoch bedeutet sie einem kleinen „Kraftakt“, der bei ca. 10% aller Geimpften zu leicht unangenehmen Nebenwirkungen führt. Ihr Arzt wird Ihnen sagen, welche Beschwerden normal sind und wann sie wieder vergehen, bzw. ab welchem Zeitpunkt sie diese ggf. abklären lassen sollten.

Die größten Impf-Mythen im Check – Hätten Sie’s gewusst?

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Mythos 1: Impfungen können Autismus auslösen!?

Dieses Gerücht hält sich hartnäckig, fußt aber – Gott sei Dank – auf  keinerlei wissenschaftlicher Grundlage. Ursprung des Mythos ist ein in einer renommierten Fachzeitschrift veröffentlichter Artikel eines gewissen Dr. Andrew Wakefield, der inzwischen allerdings als höchst zweifelhaft eingeschätzt wird, da der Verfasser wohl von einer Anwaltskanzlei finanziert wurde, die eine Sammelklage vorbereitete. 2010 zog die Zeitschrift den Artikel zurück und auch bis heute gibt es keinerlei Beweise für die Theorie des Zusammenhangs zwischen einer MMR-Impfung und Autismus. Also: Das Gerücht der Impfung als Autismus-Auslöser hält sich zwar hartnäckig, ist aber falsch.

Mythos 2: Eine Impfung kann die jeweilige Krankheit auslösen!?

Viele Impfgegner warnen war einer möglichen „Infektion“ durch die Impfung. Diese Sorge ist absolut unberechtigt. Die verabreichten Dosen lösen keine Krankheiten aus. Lediglich ein leichtes Unwohlsein ist nach vielen Impfungen recht häufig. Dies ist eine Begleiterscheinung der Aktivierung des Immunsystems, keine „Krankheit“. Nach 1-2 Tagen verschwinden diese leichten Beschwerden.

Mythos 3: Eine „echte Infektion“ ist „besser“!?

Kurz und knapp: nein. Die Risiken einer wirklichen Infektion überwiegend so deutlich, dass es hier gar keine Diskussion über „besser“ und „schlechter“ geben kann. Ein anschauliches Beispiel: Die Risiko ernsthafter Komplikationen (die im schlimmsten Fall mit bleibenden Hirnschäden oder tödlich enden können) liegt bei einer Masern-Erkrankung bei 1 zu 1000. Bei einer Impfung liegt dieses Risiko bei 1 zu 1 Million.

Mythos 4: Impfungen lösen Allergien aus!?

Das wäre ja noch schöner! Studien haben keinerlei Hinweise darauf gefunden, dass an dieser These etwas dran sein könnte. Im Gegenteil: An der Erasmus-Universität in Rotterdam werteten Forscher die Daten von rund 3500 Kindern aus und zeigten: Das Risiko einer Allergie-Entwicklung kann durch Impfungen sogar verringert werden.

Mythos 5: Heute wird es mit Impfungen übertrieben, das Immunsystem wird durch die vielen Impfungen überlastet und die Gesundheit geschädigt!?

Keine Sorge: Erstens ist unser Immunsystem sehr viel leistungsfähiger als so mancher Impfgegner zu glauben scheint, zweitens – und dieser Punkt ist wichtiger – entwickelt sich die moderne Impf-Technik stetig weiter, so dass in heutigen Impfungen, verglichen mit den Impfstoffen von vor 20 Jahren, nur noch ein Bruchteil der Antigene enthalten ist. Also: Nein, unser Immunsystem wird durch die „vielen“ Impfungen nicht überfordert und die Gesundheit nimmt natürlich keinen Schaden.

Mythos 6: Windpocken und Masern sind gar nicht gefährlich, eine Impfung ist überflüssig!?

Wünschenswert wäre es ja, allerdings ist dies ein fataler Irrglaube. Bis heute gibt es selbst in Ländern mit hoher Impfquote jährlich mehrere Todesfälle durch Windpocken. Vor Einführung der Impfung lag die Zahl bei mehreren 100. Bei Masern ist die Lage noch um ein Vielfaches dramatischer: Bis heute stellt Masern eine der weltweit häufigsten Todesursachen bei Kindern dar. In Deutschland, wo die Impfquote hoch ist, sind Todesfälle so gut wie ausgeschlossen. Im letzten Jahr ging allerdings wieder ein Todesfall durch die Medien, das Kind war nicht geimpft.

Impfschutz auf Reisen – die wichtigsten Infos für Sie

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Viele zieht es für die (hoffentlich) schönste Zeit des Jahres in die Ferne. Der Reiz des Neuen, Fremden und Abenteuerlichen ist für viele unwiderstehlich und dank super günstiger Langstreckenflieger auch für (fast) jedermann erschwinglich. Bei aller Vorfreude vergisst so mancher allerdings die Gefahren, die Auslandsreisen mit sich bringen. Ein Fehler, denn nicht selten bringen Reisende gefährliche Krankheiten als ungeliebte Reise-Souvenirs mit nach Hause.

Gute Planung ist alles: Überprüfen Sie Ihren Impfschutz rechtzeitig!

Die Risiken einer Infektion im Urlaub lassen sich mit Impfungen für viele Krankheiten drastisch reduzieren. Der Aufwand ist gering. Nehmen Sie einfach Ihren Impfpass zur Hand und lassen Sie Ihren Arzt oder Apotheker überprüfen, ob Ihr Schutz noch aktuell ist. Bei der gleichen Gelegenheit können Sie sich beraten lassen, ob für Ihr Reiseziel weitere Impfungen empfehlenswert sind. WICHTIG: Schieben Sie diese Kleinigkeit nicht bis kurz vor dem Urlaub auf, sondern gehen Sie das Thema 6 – 8 Wochen vor der Abreise an. So haben Sie genügend Zeit, einen eventuell notwendigen Impfschutz aufzubauen oder aufzufrischen. Ein paar Tage vor Abflug ist dies höchstwahrscheinlich nicht mehr möglich.

Erwarten Sie keine Wunder: Längst nicht jede Krankheit ist impfbar!

Es gibt heute Impfungen gegen zahlreiche verbreitete und gefährliche Krankheiten. Hepatitis, Tetanus oder das so gefährliche Gelbfieber würden Ihren Schrecken verlieren, sobald die Impfquote weltweit erhöht würde. Wer seinen Impfschutz gegen diese Krankheiten aktuell hält, hat auch auf Reisen keine Infektion zu befürchten. Anders sieht es z.B. mit Malaria oder Denguefieber aus, gegen das die moderne Forschung leider bis heute keinen Impfstoff hervorzubringen im Stande war. Informieren Sie sich also nicht nur über Impfschutz, sondern ganz generell über Ihr Reiseziel. Durchfall-Erkrankungen z.B. zählen zu den häufigsten Urlaubsmitbrinseln, die zwar meist harmlos sind, einem die ersehnte Auszeit oder das langgeplante Abenteuer aber kräftig verhageln können.  Kann Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker nicht umfassend weiterhelfen, finden Sie beim Auswärtigen Amt nützliche Informationen und weitere Empfehlungen für verlässliche Informationsquellen.