Kann man das noch Essen? Was Sie über die Haltbarkeit von Lebensmitteln wissen sollten

Studien ergeben immer wieder: Jeder Deutsche wirft Jahr für Jahr ca. sein eigenes Körpergewicht an Lebensmitteln in den Müll! Hier ein halbes Brot, da die letzten Scheiben Wurst und die paar übrig gebliebenen Nudeln lohnen nun auch nicht mehr aufgehoben zu werden…Allerdings kommt die erschreckend große Menge an weggeworfenen Lebensmitteln nicht vorrangig durch Gedankenlosigkeit zustande. Meist ist es vielmehr die Unsicherheit darüber, ob das fragliche Lebensmittel noch genießbar oder bereits verdorben ist. Wir geben Ihnen einige einfache Tipps und grundsätzliche Infos an die Hand, dank derer Ihnen die Entscheidung künftig hoffentlich etwas leichter fallen wird!

Der Klassiker: Mindesthaltbarkeitsdatum bitte nicht mit dem Verfallsdatum verwechseln! haltbarkeitsdatum-lupe

 Viele Menschen lassen sich immer noch vom so genannten Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) irritieren. Ist dieses abgelaufen landen viele Lebensmittel in der Mülltonne. Leider! Denn trotz zahlreicher Aufklärungsversuche bleibt dieses Datum eine der am häufigsten fehlinterpretierten Informationen, die dem Verbraucher zur Verfügung gestellt werden. Denn das Mindesthaltbarkeitsdatum zeigt keinesfalls das Datum an, ab dem ein Produkt nicht mehr genießbar ist. Es zeigt lediglich an, wie lange ein Hersteller die Frische und Qualität des Produktes zu garantieren bereit ist. Zahlreiche Lebensmittel sind um ein Vielfaches länger haltbar als das MHD es vermuten ließe. Besonders im ungeöffneten Zustand sagt das MHD oft so gut wie gar nichts über die Genießbarkeit des Lebensmittels aus. Als grobe Faustregel können Sie sich merken: Je trockener das Produkt, desto länger ist es höchstwahrscheinlich tadellos in Ordnung, auch wenn das Haltbarkeitsdatum bereits abgelaufen ist. Während also z. B. Mehr, Zucker oder Tütensuppen meist Monate nach Ablauf des MHD uneingeschränkt genießbar sind, so sind es bei Joghurts oder anderen „feuchten“ (Milch-)Produkte nur einige Tage. Für diese Produkte gilt  in besonderem Maße: Vertrauen Sie Ihrer Nase! Riecht der Joghurt sauer oder gar unappetitlich, ist die Sache klar. Ein Geschmackstest kann alle Zweifel ausräumen.

Schimmel: Abschneiden oder wegwerfen? brotschreiben-schimmel-essen

Auch wenn wenige Ausnahmen, wie bestimmte Käse-Sorten, die Regel bestätigen, hat Schimmel grundsätzlich erst einmal nichts auf unseren Lebensmitteln zu suchen. Besser gesagt: Schimmelsporen sind stark gesundheitsschädigend und sollten keinesfalls leichtfertig verzerrt werden. Bei der Entscheidung darüber, ob das betroffene Lebensmittel noch „zu retten“ ist, hilft abermals die oben erwähnte Regel: Je wasserhaltiger bzw. „flüssiger“, desto schneller verderblich. Ist ein saftiges Obst angeschimmelt, sollten Sie auf Schneideaktionen verzichten. Gleiches gilt für Joghurts, andere Milchprodukte oder Marmeladen und Konfitüren. Bei Fleisch sollten Sie ganz besonders aufpassen, verdorbenes Fleisch kann hochgradig gesundheitsschädlich sein, machen Sie hier also auf keinen Fall Experimente. Auch Brot, Nüsse oder Trockenfrüchte sind leider höchstwahrscheinlich nicht mehr genießbar, sobald Sie an einer (auch kleinen) Stelle zu schimmeln begonnen haben.

Weniger dramatisch ist Schimmel nur ganz selten. Hartkäse wie Parmesan oder luftgetrocknete Edelsalami am Stück (! Das ist wichtig, gerieben bzw. geschnitten gilt das keinesfalls)  sind in aller Regel nicht verdorben, wenn oberflächlicher Schimmel auftritt. Diesen können Sie großzügig wegschneiden und den Rest nach einer kritischen Geruchs- und Geschmacksprobe problemlos weiter verzehren.

Lebensmittel richtig lagern & sinnvoll planen katze-im-kuehlschrank

Natürlich lässt es sich nie ganz vermeiden, dass ab und an Lebensmittel weggeworfen werden müssen. Hält man sich aber an die zwei einfachen Regeln, Einkäufe sinnvoll zu planen und die köstliche Beute anschließend richtig zu lagern, kann jeder seinen persönlichen Lebensmittel-Müllberg um einiges verringern.

Unsere besten Tipps:
  • Vor dem Einkauf: Den Blick in Kühlschrank und Vorratskammer nicht vergessen! Es ist so einfach wie naheliegend, doch kaum jemand kann von sich behaupten, es wirklich immer zu machen: Ehe Sie einkaufen gehen, sollten Sie sich einen Überblick darüber verschaffen, was Sie noch zu Hause haben, um unsinnige „Doppelkäufe“ zu vermeiden.
  • Resteverwertung: Werden Sie kreativ! Ihr Kühlschrank ist voll, aber irgendwie will sich daraus kein vernünftiges Gericht ergeben. Kann gar nicht! Fällt Ihnen wirklich nichts ein, werfen Sie mal einen Blick ins Internet, dort finden Sie garantiert Inspirationen!
  • Thema Auswahl: 2 Sorten Aufschnitt tun es auch! Zugegeben: Jeder mag die Vorstellung der freien Auswahl zwischen 3 Käse-, 5 Wurst- und 7 Marmeladen-Sorten zum Frühstück. Aber am Ende greifen wir ja doch am liebsten zu unserem Favoriten, oder? Also: Kaufen Sie realistische Mengen und nicht, um möglichst viel Verschiedenes im Hause zu haben.
  • Obst und Gemüse in den Kühlschrank?! Jein? Hier muss man differenzieren. In aller Regel fahren Sie mit folgender Regel gut: Fragen Sie sich, woher das betreffende Obst oder Gemüse stammt und welche Temperaturen es entsprechend gewohnt ist. Denn während heimische Sorten wie Brokkoli, Rhabarber oder Kohl im Kühlschrank länger genießbar bleiben als bei Raumtemperatur, können Südfrüchten, wie Bananen oder Mangos, genau wie südländisches Gemüse wie Paprika oder Zucchini im Kühlschrank eher Schaden nehmen als dass Sie länger haltbar bleiben.
  • Äpfel und Tomaten getrennt lagern! Beide (und auch andere Früchte) setzen das so genannte Etylen frei, das den Reifeprozess anderer Gemüse- und Obstsorten beschleunigen kann. Lagern Sie also Ihre anderen Früchte nicht direkt neben Äpfeln oder Tomaten – außer natürlich diese sind unreif und Sie möchten den Prozess beschleunigen.

Nach der Apfelernte: Ab in den Keller! Ihr Apfelbaum trägt jede Menge Früchte und Sie kommen mit dem Apfelkuchen gar nicht mehr hinterher? Lagern Sie Ihre Äpfel am besten im Keller, die kühlen Temperaturen und die hohe Luftfeuchtigkeit im Keller halten die leckeren Früchtchen länger frisch!