Keime meiden — gesünder leben

Keime bzw. Krankheitserreger wie Bakterien, Viren, Pilze und Parasiten sind immer und überall gegenwärtig. Besonders an Orten, an denen viele Menschen in geschlossenen Räumen zusammenkommen ist die Dichte an Krankheitserregern in der Luft und an Gegenständen wie Türklinken besonders hoch. Aber auch die eigene Wohnung bietet zahlreichen gesundheitsschädlichen Mikroorganismen eine Vielzahl attraktiver Orte zum Wohlfühlen und Vermehren.

Wo genau Keime sich gerne versammeln und wie man die Krankheitserreger meiden kann, verraten wir Ihnen in den folgenden Beiträgen:

Erkältungsfalle Büro? So meiden Sie Keime im Büro

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Wer kennt es nicht? Man betritt das Büro, und der Guten-Morgen-Gruß wird von einem lauten und vielstimmigen „Hatschi“-Chor erwidert. Hinter einem fällt leise die Tür in Schloss und man weiß: An diesem und den nächsten Tagen teilt man sich das Büro nicht nur mit seinen Kollegen, sondern auch mit Abertausenden Erkältungsviren. Jetzt hilft nur noch die richtige Strategie, um die unsichtbare Bedrohung auf Abstand zu halten.

Eines vorweg: Erkältet ins Büro? Keine gute Idee!

Wer unter den typischen Erkältungssymptomen wie einer laufenden bzw. verstopften Nase, Kratzen im Hals, Hustenreiz, leichtem Kopfschmerz, Fieber und einem Gefühl der Abgeschlagenheit leidet, sollte sich überlegen, ob er in der nächsten Zeit wirklich unentbehrlich im Büro ist. Und zwar nicht allein aufgrund der Tatsache, dass er seine Erkältungsviren bereits auf dem Weg zur Arbeit großzügig mit den Mitfahrenden in den öffentlichen Verkehrsmitteln und schließlich dann im Büro mit seinen Arbeitskollegen teilt. Denn neben der Rücksichtnahme auf die Mitmenschen, denen man im Laufe des Tages begegnet, sollte man die eigenen Bedürfnisse, bzw. die Bedürfnisse des geschwächten Körpers, nicht außer Acht lassen und Rücksicht auf die eigene Gesundheit nehmen.

Statt sich ins Büro zu quälen und sich dort tatsächlich eher unproduktiv durch den Tag zu schleppen, sollte man seinem Körper die nötige Ruhe gönnen, die er zur Genesung braucht. Denn mit dem Gefühl der Abgeschlagenheit signalisiert der Körper, dass er eine Phase der Schonung benötigt, um seine Energie ungeteilt zur Bekämpfung der lästigen Viren einsetzen zu können. Also sollte man sich die Zeit nehmen, einige Tage zu Hause bleiben und sich gründlich auskurieren.

Wie werden Erkältungsviren übertragen?

Zum einen können Erkältungsviren durch die sogenannte Tröpfcheninfektion übertragen werden. Beim Niesen in die Luft geschleuderte, virenhaltige Speichel- und Sekrettröpfchen überwinden durch den explosionsartigen Ausstoß weite Distanzen und gelangen so zu ihrem nächsten Wirt.

Zum anderen gibt es die Übertragungsform der sogenannten Schmierinfektion. Hierbei können die Krankheiterreger durch Körperkontakt wie z. B. Händeschütteln direkt von Mensch zu Mensch weitergegeben werden. Auch das Berühren einer Oberfläche, auf der sich Erreger angesammelt haben, kann zu einer Ansteckung führen. Und gerade in einem Büro gibt es für Keime paradiesisch viele Gegenstände, auf denen sie sich tummeln können. Das Angebot für die Krankheitserreger reicht vom Kopierer über das Telefon, die Computertatstatur und die Computermaus bis hin zur Kaffetasse. Und auch Türklinken, Wasserhähne und die Tasten am Snackautomaten bieten den Erregern ein nettes Verweilplätzchen.

Berührt man die keimbelasteten Oberflächen mit der Hand und fasst sich dann ins Gesicht – und das geschieht ganz unbewusst viel häufiger als wir denken –, haben die Erkältungsviren leichtes Spiel, in die Schleimhäute von Augen, Nase und Mund zu gelangen, sich dort anzusiedeln und schließlich den Körper zu erobern.

So halten Sie Erkältungsviren auf Abstand

Um sich möglichst nicht zu infizieren, wenn die Erkältungsviren Einzug ins Büro gehalten haben, sollten Sie einen Sicherheitsabstand zu ihren erkälteten Kollegen halten und den direkten körperlichen Kontakt meiden.

Versuchen Sie darauf zu achten, sich nicht mit den Händen ins Gesicht zu fassen, damit die Erreger, die von verunreinigten Gegenständen auf Ihre Handflächen übertragen wurden, nicht in Ihre Schleimhäute gelangen.

Besonders in der Erkältungszeit spielt die Handhygiene eine wichtige Rolle: Waschen Sie sich vor allem vor dem Essen, aber auch ruhig zwischendurch immer mal wieder, gründlich die Hände, um die Viren abzuspülen.

Die Computertastatur, die Maus und das Telefon sollten regelmäßig gereinigt werden, um Krankheitserreger auf diesen oftmals stark keimbelasteten Gegenständen zu beseitigen.

Da Heizungsluft die Schleimhäute austrocknet, und diese derart strapaziert ein besonders leichtes Angriffsziel für virale Eindringlinge bieten, sollten Sie Ihren Büroraum regelmäßig lüften. Das sorgt für frische Luft und verringert die Anzahl der herumschwirrenden Erkältungsviren. Mitunter kann ein Luftbefeuchter nützlich sein, um die Feuchtigkeit in der Raumluft gezielt kontrollieren zu können. Außerdem ist es hilfreich, viel zu trinken, um die Schleimhäute feucht zu halten.

Keimquellen in der Wohnung – Hierauf sollten Sie achten

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Viele Bakterien sind harmlos oder sogar sehr nützlich. So stände auf dem Frühstückstisch ohne die Hilfe von Milchsäurebakterien weder ein Joghurt noch Käse. Und ohne Hefepilze hätten wir kein locker-luftiges Brot, auf das wir den Käse legen könnten.

Aber es gibt auch schädliche und Krankheiten verursachende Mikroorganismen wie Salmonellen, die sich besonders im feucht-warmen Klima der Küche wohl fühlen. Und ebenso begünstigt die warme und feuchte Luft im Badezimmer das Wachstum schädlicher Schimmelpilze und Bakterien.

Keimquellen in der Küche

Besonders in der Küche, wo Lebensmittel gelagert, verarbeitet und verzehrt werden, finden Keime ideale Bedingungen, um sich anzusammeln und zu vermehren. Mit dem Ergreifen einiger Hygiene-Maßnahmen halten Sie die unerwünschten Mikroorganismen davon ab, es sich in Ihrer Küche gemütlich zu machen.

Arbeitsplatte und Spülbecken: Ein dreckiger Geschirrstapel in der Spüle, Speisereste und z. B. Abtauwasser von tiefgekühltem Fleisch, Fisch oder Geflügel auf der Arbeitsplatte bieten Keimen eine attraktive Heimstatt. Statt dreckiges Geschirr anzusammeln, sollte das Geschirr also lieber sofort gespült werden.

Das Tauwasser von Fleisch, Fisch oder Geflügel sollte durch ein Abtropfsieb auf einem Teller aufgefangen werden. So liegt weder das Lebensmittel in der Flüssigkeit noch kommt Ihre Arbeitsplatte mit dem Abtauwasser in Berührung, in dem sich häufig zahlreiche Salmonellen befinden.

Grundsätzlich sollten Spüle und Arbeitsplatte regelmäßig mit heißem Wasser und einem geeigneten Reinigungsmittel gesäubert werden, um Keime zu beseitigen.

Spüllappen, -schwamm und –bürste: Schnell wird während des Spülens mit dem Spüllappen/-schwamm noch kurz der verschüttete Saft aufgewischt, die Arbeitsplatte von den Brötchenkrümeln befreit und der Rest der übergekochten Milch vom Herd geschrubbt: Ein Fest für die Keime. Die fühlen sich in dem feucht-nassen Milieu des Spüllappens/-schwammes besonders wohl und vermehren sich hier ausgesprochen gut.

Um die Verbreitung der Keime einzudämmen, sollten Sie den Spüllappen/-schwamm nach Gebrauch gründlich mit heißem Wasser ausspülen, ordentlich auswringen und so platzieren, dass er gut trocknen kann.

Spüllappen und -schwämme sollten regelmäßig – im besten Fall sogar täglich – erneuert bzw. ausgewechselt werden. Eine Runde in der Waschmaschine bei 60°C macht den Keimen den Garaus.

Essensreste in den Borsten einer Spülbürste bieten Keimen ebenfalls einen idealen Nährboden. Nach dem Gebrauch sollten Speisreste also gegebenenfalls entfernt und die Spülbürste unter fließend heißem Wasser gereinigt werden. Eine hochwertige Spülbürste kann zur keimtötenden 60°C-Reinigung mit in die Geschirrspülmaschine gegeben werden.

Geschirrtuch: Ein Geschirrtuch bietet Keimen nahezu paradiesische Zustände: Oft wird ein Tuch nicht ausschließlich zum Abtrocknen von Tellern, Tassen, Besteck und Töpfen verwendet, sondern kommt auch zum Einsatz, um kurz über die Arbeitsplatte oder den Tisch zu wischen und die – häufig nicht gründlich gewaschenen – Hände abzutrocknen. Eine gute Gelegenheit für die verschiedensten Keime, sich im Geschirrtuch anzusammeln und in der feuchten Umgebung zu gedeihen. Daher sollten die Geschirrtücher so aufgehängt werden, dass sie schnell trocken können. Und sie sollten regelmäßig ausgewechselt werden. Bei 60°C in der Waschmaschine finden die paradiesischen Zeiten für die Keime ein Ende.

Außerdem empfiehlt es sich, in der Küche separat ein Tuch zum Abtrocknen der Hände zu platzieren.

Schneidebretter: Die Ritzen in Schneidebrettern, die durch das Verarbeiten von Lebensmitteln mit dem Messer entstehen, sind ideale Brutstätten für Keime. Damit sich die Mikroorganismen nicht in den Kerben einnisten und vermehren können, sollten die Schneidebretter in der Spülmaschine gereinigt werden.

Kühlschrank: In einem Kühlschrank sollten ausschließlich unverdorbene Lebensmittel aufbewahrt werden, und zwar jedes für sich gut verpackt. Das Kondenswasser, das sich an der Rückseite des Kühlschranks bildet, bietet Keimen einen idealen Lebensraum: Denn hier ist es einladend feucht und dunkel. Eine regelmäßige Reinigung mit heißem Essigwasser sollte also ein fester Termin auf dem Putzplan sein, um die Hygiene im Kühlschrank aufrechtzuerhalten.

Keimquellen im Badezimmer

In einem Badezimmer tummeln sich deutlich weniger Keime als in einer Küche. Aber auch ein Badezimmer hält z. B. für Schimmelpilze einige attraktive Ecken, Nischen und Winkel bereit, in denen sie im feucht-warmen Raumklima optimal gedeihen können. Wie beispielsweise in den Silikonfugen, die darum regelmäßig gereinigt werden sollten.

Toilette: Tatsächlich ist die Keimbelastung dort, wo die meisten sie vermuten – nämlich auf der Toilettenbrille – gar nicht so gravierend. Vielmehr tummeln die Keime sich auf der Taste des Spülkastens, denn die wird zumeist vor dem Waschen der Hände betätigt. Also: nach dem Spülen und dem Herunterklappen des Toilettendeckels sollten Sie sich gründlich die Hände waschen, um auf sie übertragene Darmbakterien zu beseitigen. Und beim Putzen des Badezimmers gilt es, nicht die Spülkastentaste zu vergessen.

Waschbecken und Waschbeckenarmatur: Da zum Händewaschen die Waschbeckenarmatur häufig mit verschmutzten Händen berührt wird, sollten diese regelmäßig mit entsprechenden Putzmitteln gereinigt werden. Ebenso wie das Waschbecken, in dem sich vielzählige Bakterien ansammeln.

Dusche: In der regelmäßig nassen bzw. feuchten Dusche herrschen ideale Bedingungen für Bakterien und Schimmelpilze. Um den Keimen Einhalt zu gebieten empfiehlt es sich, nach dem Duschbad die Duschkabine mit einem Abzieher zu trocknen und gegebenenfalls mit einem Tuch nachzutrocknen, damit die Keime sich nicht in den Fugen ansiedeln. Auch das Lüften nach dem Duschgang ist wichtig, um die feuchte Raumluft durch frische zu ersetzen.

Keime adé – so geht richtiges Händewaschen

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Durch gründliches Händewaschen können eine Vielzahl der Keime ganz einfach von den Händen gespült, und somit das Übertragungsrisiko von Krankheitserregern ganz unkompliziert verringert werden.

Schritt 1: Machen Sie Ihre Hände unter fließend handwarmem Wasser gut nass. Da die Wassertemperatur kein wichtiger Faktor beim Reinigen der Hände ist, können Sie einfach eine für Sie angenehme Temperatur wählen.

Schritt 2: Im Idealfall steht Ihnen pH-neutrale Flüssigseife aus dem Spender zur Verfügung. Besonders in öffentlichen Sanitäranlagen sind Flüssigseifen hygienischer als Seifenstücke. Ein neutraler pH-Wert schont die Haut und stört ihren natürlichen Säureschutzmantel nicht, der eine wichtige Abwehrfunktion gegen schädliche Umwelteinflüsse und Keime erfüllt.

Schritt 3: Reiben Sie Ihre Hände bis es ordentlich schäumt. Seifen Sie die Handinnenflächen und die Handrücken, die einzelnen Finger – Daumen nicht vergessen – einschließlich der Fingernägel und der Fingerzwischenräume sorgfältig ein. Für ein gründliches Händewaschen sollten Sie sich 20 bis 30 Sekunden Zeit nehmen.

Schritt 4: Spülen Sie Ihre Hände unter fließendem Wasser gut ab. Sollten Sie sich in einem öffentlichen Sanitärraum befinden, in dem der Wasserfluss nicht automatisch stoppt, betätigen Sie den Wasserhahn mit Ihrem Ellenbogen oder einem Einweghandtuch.

Schritt 5: Trocknen Sie Ihre Hände sorgfältig ab. Zu Hause sollten Sie Ihr persönliches Handtuch verwenden, mit dem Sie nur die Hände und nicht auch das Gesicht abtrocknen. Ihre Handtücher sollten regelmäßig gewechselt und bei mindestens 60°C gewaschen werden. In einem öffentlichen Sanitärraum können Sie im besten Fall ein Einweghandtuch benutzen.