Natürliche Hilfe bei Schlaflosigkeit

Nicht ohne Grund spricht man davon, unter Schlaflosigkeit zu „leiden“. Denn wer allzu lange auf den herbeigesehnten Schlaf warten muss oder während des Schlafens immer wieder aufwacht, ist nicht selten frustriert und fühlt sich am nächsten Tag erschöpft und leistungsschwach. Natürlich kann man auf chemische Substanzen zurückgreifen, um gegen die Schlaflosigkeit vorzugehen. Allerdings sollte dies eine der letzten Optionen sein. Zuvor bietet sich eine Vielzahl wirkungsvoller Möglichkeiten, die es auszuprobieren lohnt.

Gründe für Schlaflosigkeit

Das Auftreten einer Schlafstörung kann viele verschiedene Ursachen haben. Eine wichtige Rolle spielen beispielsweise die individuelle Befindlichkeit und die äußeren Gegebenheiten. Psychische Belastungen wie Stress bei der Arbeit, Konflikte im privaten Bereich, Ärger, Sorgen und Trauer können den Schlaf genauso stören wie Lärm, Hitze oder ein falsches Schlafmöbel.

Das Verhalten über Tag anpassen

Bereits tagsüber können Sie Einfluss auf den Schlaf in der Nacht nehmen. Verzichten Sie ganz auf einen Mittagsschlaf oder vermeiden Sie zumindest, ihn so spät am Tag zu halten, dass die verringerte Müdigkeit sich auf den nächtlichen Schlaf auswirkt.

Bewusst in den Tagesablauf integrierte körperliche Betätigungen können die Qualität des Schlafes verbessern. Ein wenig Bewegung an der frischen Luft ist nicht nur gesund, sie macht darüber hinaus auch herrlich müde. Anstrengende sportliche Aktivitäten allerdings sollten am späten Abend nicht mehr ausgeübt werden, da sie den Kreislauf anregen und es somit schwerer fällt, den Körper in einen Ruhestand zu versetzen.

Rhythmus & Rituale

Es ist hilfreich, bezüglich des zu Bett Gehens und des Aufstehens eine gewisse Regelmäßigkeit einzuhalten. Denn mit einem Spielraum von einer halben Stunde führen feste Schlafensgeh- und Aufsteh-Zeiten dazu, dass der Körper sich auf den Schlafrhythmus einstellt.

Auch Rituale vor dem Schlafengehen sind eine gute Methode, um Körper und Geist auf die anstehende Schlafphase einzustimmen. Bewusste Entspannungsübungen, um die Alltagsprobleme hinter sich zu lassen und den Geist zu beruhigen, und ein schlafförderndes Getränk (heiße Milch mit Honig oder ein Kräutertee – beispielsweise Baldrian, Melisse und Passionsblume) eignen sich hervorragend zur Einbindung in das abendliche Ritual.

Apropos Getränke: Koffeinhaltige und alkoholische Getränke gilt es zu meiden, da sie einen erholsamen Schlaf beeinträchtigen können. Genauso wie schwere Mahlzeiten.

Das Schlafzimmer

Lärm, Licht und ein falsches Raumklima können sich negativ auf einen erholsamen Schlaf auswirken. Sollten sich Lärm und Licht nicht aus dem Zimmer aussperren lassen, helfen Ohrstöpsel und eine Schlafmaske. Vor dem Schlafengehen sorgt ein kurzes Durchlüften für frische Luft, falls das Fenster nicht die ganze Nacht über geöffnet ist. Mit 16° bis 18°C liegt die Temperatur bei einem gesunden Maß für ein Schlafzimmer. Und bei zu trockener Raumluft können Sie bequem mit einem Luftbefeuchter Einfluss auf die Luftfeuchtigkeit nehmen.

Das Bett

Im besten Fall nutzen Sie Ihr Bett ausschließlich zum Schlafen, damit Ihr Gehirn das Bett mit „Schlafen“ und nicht mit „aktives Verhalten“ in Zusammenhang bringt. Darüber hinaus gilt: Lattenrost, Matratze, Decke und Kissen sollten allen Anforderungen an einen erholsamen Schlaf gerecht werden. Und zwar Ihren persönlichen Anforderungen. Denn alle Menschen haben unterschiedliche Bedürfnisse bezüglich des entspannten Liegens, und jeder Mensch schläft anders.

Nicht in Panik verfallen! Ablenken!

Der altbekannte Rat, Schafe zu zählen, zielt letztendlich darauf ab, die Gedanken auf etwas anderes zu lenken als auf das, was Ihnen gerade durch den Kopf geht und Ihnen den Schlaf raubt. Genauso gut können Sie sich mit einem Buch oder einem Hörspiel ablenken. Möglicherweise ist das tatsächlich sogar ein wenig hilfreicher.

Aber am allerwichtigsten ist: Nicht verzweifeln, wenn sich nach einer halben oder ganzen Stunde des Wachliegens der Schlaf nicht einstellen will. Die beste Maßnahme in einem solchen Fall ist es, aufzustehen und für eine kleine Weile etwas anderes zu machen.