Ringelblume, Arnika und Co. – Natürliche Hilfe für Gelenke, Muskeln und Haut!

Die Haut ist unser größtes Sinnesorgan und als äußere Hülle unseres Körpers vielerlei Einwirkungen ausgesetzt. Kleine Verletzungen, die im Alltag, Garten und Haushalt schnell geschehen, lassen sich ebenso wie Pickelchen, Rötungen und leichte Hautausschläge, mit den entsprechenden Mineralien und Heilkräutern aus der Natur gut selbst behandeln.

Wenn von Rheuma gesprochen wird, sind damit bis zu 400 verschiedene Krankheiten gemeint u.a. Arthrose, Arthritis oder Gicht. Auch hier sollten Heikräuter für zu einer Linderung führen.

Doch welche bewährten Hausmittel gehören in die Hausapotheke? Wir sagen Ihnen, welche Mineralien und Heilkräuter bei welcher Art von Hautproblem helfen sollen.

Teufelskralle – Entzündungshemmend und Schmerzstillendteufelskralle-blume

Die Teufelskralle hat ihren Namen wohl von den scharfen Widerhaken, mit denen die verholzenden Früchte dieser Wüstenpflanze besetzt sind. Ihre Wirkung geht allerdings von den Speicherwurzeln aus. Forscher haben festgestellt, dass die Teufelskrallenwurzel entzündungshemmend und leicht schmerzstillend wirkt. Möglicherweise kann Teufelskralle lindernd bei Rheuma, Arthrose und Rückenschmerzen wirken, Studien dazu liefern allerdings widersprüchliche Ergebnisse. Teufelskralle zur äußerlichen Anwendung gibt es als Salbe, Creme, Gel, Tinktur und Balsam.

Anzuwenden bei: chronisch entzündlichen, schmerzhaften Gelenkerkrankungen, wunden Stellen, Ekzemen, Geschwüren, Furunkeln, Sehnenentzündungen

Zink – Fördert die Wundheilung

Will die Wunde einfach nicht heilen – greifen Sie zu Zinksalbe. Das essentielle Spurenelement Zink ist nicht nur in zahlreichen Lebensmitteln enthalten und wirkt positiv auf unseren Stoffwechsel, sondern ist auch als Heilsalbe sehr wirkungsvoll.  Das in der Salbe enthaltene Zinkoxid besitzt eine antiseptische, adstringierende und wundheilungsfördernde Wirkung. Bei Wunden wird die Salbe auf den Wundrändern aufgetragen, nicht direkt auf die Wunde, da sie diese austrocknen würde. Insbesondere auch bei nässenden und juckenden Wunden und Schrunden fördert Zinkoxid so die Heilung. Dünn auf leichte Rötungen und Hautirritationen aufgetragen, unterstützt Zink deren Abklingen. Neben Salbe ist Zinkoxid in Pasten und Cremes enthalten.

Anzuwenden bei: kleinen Wunden, Abschürfungen, chronischen Hautausschlägen, Verbrennungen, Akne, Herpes und Flechten

Arnika – Entzündungshemmendes „Gift“
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Bei blauen Flecken, wenn Sie sich gestoßen haben oder gestürzt sind, ist die leuchtend gelbe Gebirgspflanze Arnika zu empfehlen. Ihrer Blüten wegen wird sie europaweit als Arzneipflanze angebaut. Äußerlich angewendet kann Arnika, in Form von Salben und Tinkturen, Schmerzen lindern, Entzündungen entgegenwirken, Keime abtöten und Schwellungen abklingen lassen. Ihre Wirkung hat es in sich, weswegen sie nicht bei offenen Wunden angewendet werden sollte. Unter Umständen kann sie beim Einreiben in die Haut eine allergische Reaktion auslösen (Korbblütler-Allergie). Für Schwangere ist die Anwendung nicht geeignet und auch Menschen mit empfindlicher Haut sollten lieber auf die sanftere Ringelblume zurückgreifen.

Anzuwenden bei: stumpfen Verletzungen (wie Prellungen, blaue Flecken), Schwellungen und Verstauchungen

 

Ringelblume – Wundheilungsfördernd & anti-entzündlich

Sie haben sich eine kleinere Verletzung zugezogen oder durch ein Missgeschick in der Küche leicht verbrüht? Auf die Ringelblume können Sie vertrauen – ihre heilpflanzlichen Eigenschaften machen Sie zu einem wahren Alleskönner bei Hautproblemen und kleineren Brandwunden, Erfrierungen oder Quetschungen. Vor allem die orange-gelbe Blüte wird gerne in Cremes und Salben verwendet, denn sie fördert die Wundheilung, wirkt abschwellend und zusammenziehend, entzündungshemmend, reinigend, antibakteriell und pilztötend. So kommt sie auch bei schlecht heilenden Schürf- und Schnittwunden zum Einsatz. Darüber hinaus besitzt die Ringelblume krampflösende, schweißtreibende und anregende Eigenschaften.

Anzuwenden bei: Wunden, Verbrennungen, trockener Haut, Ekzemen, Geschwüren, Soor, Entzündungen der Mundschleimhaut und Rachenschleimhaut

Weihrauch (Boswellia) – Stoppt Entzündungen

wellness-muscheln-badezusatzVermutlich denken Sie bei Weihrauch an den ätherischen Duftstoff, der aus dem Harz des Weihrauchbaums gewonnen wird. Weihrauch galt schon zu frühesten Zeiten als kostbares Geschenk und Therapeutikum, welches vor allem zu desinfizierenden Zwecken eingesetzt wurde. Die indische Ayurveda-Medizin bedient sich der Weihrauch-Harz-Extrakte seit Jahrtausenden um chronische Arthritis und Bronchitis zu behandeln. Aufgrund ihrer positiven Eigenschaften bei frischen Wunden und Narben wird die Weihrauchsalbe in Fernost seit jeher geschätzt. Neben den ätherischen Ölen enthält das Harz (Olibanum) auch die sogenannten Boswellia-Säuren, die für die Wirksamkeit verantwortlich sind. In Studien haben Forscher entdeckt, dass diese Boswellia-Säuren Entzündungsreaktionen stoppen können. Die klinischen Untersuchungen weisen auf eine stark entzündungshemmende Wirkung bei chronischen Entzündungen wie Rheuma und Polyarthritis hin, sind jedoch (noch) nicht ausreichend belegt, um Weihrauch als Medizinprodukt anzuerkennen.

Anzuwenden bei: chronisch entzündlichen, schmerzhaften Gelenkerkrankungen wie rheumatoide Arthritis und Arthrose, Schuppenflechte, Hautentzündungen

Murmeltierfett – Soll bei Gelenkschmerzen helfen

Murmeltier- und Dachsfett haben in der Volksmedizin eine bis ins Mittelalter reichende Geschichte. Die beruht zum Teil auf Cortison-ähnlichen Bestandteilen im Tierfett. In einer wissenschaftlichen Untersuchung aus den 1980er-Jahren wurde nachgewiesen, dass Murmeltierfett Steroidhormone wie beispielsweise Cortison und Hydrocortison enthält. Eine Salbe aus Murmeltierfett kann speziell bei allgemeiner Überbeanspruchung, anstrengender körperlicher Arbeit sowie auch generell Gelenkschmerzen und Beschwerden in der Muskulatur angewendet werden.

Anzuwenden bei: chronisch entzündlichen, schmerzhaften Gelenkerkrankungen wie rheumatoide Arthritis und Arthrose, Hautentzündungen

Pferdesalbe – Linderung bei Gelenk- und Muskelschmerzen

Ihren Namen hat die Salbe nicht, weil sie ursprünglich zur Behandlung von Pferden hergestellt wurde, sondern von dem oft verwendeten Zusatz der Rosskastanie, die auch als Pferdekastanie bezeichnet wird. Zu den in der Pferdesalbe enthaltenen verschiedenen Heilpflanzen gehören neben der Rosskastanie u.a. noch Rosmarin, Arnika, Menthol, Kampfer und Latschenkiefer, die mit ihren unterschiedlichen Wirkstoffen zu einer optimal kombinierten Behandlung und Linderung von schmerzenden Muskeln und Gelenken beitragen. Rosskastanie- und Latschenkieferextrakt wirken abschwellend, Arnika hat einen schmerzstillenden und entzündungshemmenden Effekt, Menthol sorgt für die angenehme Kühlung der betroffenen Körperstelle, während Rosmarin und Kampfer anschließend die Durchblutung des Gewebes fördern und dieses so wohltuend erwärmen.

Anzuwenden bei: Muskelkater, Muskelverspannungen, überdehnten Bändern, blauen Flecken, Sportverletzungen

Beinwell – Heilpflanze bei Verletzungen

Hat seinen Namen von den Beinen, denen er gut (well) tun soll. Das im Beinwell enthaltene Allantoin soll für die wundheilende Wirkung verantwortlich sein. Ursprünglich aus Nordarmerika stammend, wächst die Pflanze nun auch in Mitteleuropa. Extrakte aus der Wurzel sowie der Blätter und Blüten bekämpfen den Schmerz u.a. bei orthopädischen Problemen. Üblich ist die äußerliche Anwendung von Beinwell-Cremes, -Salben sowie -Umschlägen, die meist aus der frischen Beinwell-Wurzel hergestellt werden.

Anzuwenden bei: entzündlichen, schmerzhaften Gelenkerkrankungen, Hautentzündungen, Prellungen, Zerrungen, Verstauchungen

Melkfett – Starker Schutz für die Haut

Das kosmetische Melkfett ist eine Pflegecreme mit hohem Fettgehalt (Vaseline), der weitere Inhaltsstoffe wie z.B. Vitamin E, Calendula, Kamille, Aloe Vera, Sojaöl, Bienenwachs, Ringelblume, hautverträgliche Duftstoffe und anderes zugefügt werden. Melkfett wird als natürlicher Hautschutz eingesetzt. Da es wie alle Salben mit hohem Fettanteil die Poren verstopft und dadurch der Hautatmung entgegenwirkt, eignet sich Melkfett nur zum Auftragen für einige Stunden und sollte danach wieder entfernt werden. Melkfett ist bekannt für seine Hornhaut aufweichende Wirkung, welche dafür sorgt, dass die Hornschicht aufquillt und so leichter gelöst und entfernt werden kann. Optimal geeignet ist die Salbe als Schutz vor Temperaturverlust und Erfrierungen im Winter, wie z.B. bei Bergtouren, beim Skifahren, Rodeln usw.. Ebenso nutzen Wintersportler Melkfett auch als Sonnenschutzmittel.

Anzuwenden bei: starker Hornhaut, trockener und beanspruchter Haut, bei winterlichen Temperaturen, Massagen