Rückenschmerzen – Warum die Volkskrankheit Nummer 1 so viele von uns plagt und was wir dagegen tun können

Kaum ein Erwachsener kann von sich behaupten, noch nie Probleme mit dem Rücken gehabt zu haben. Rückenbeschwerden sind zur Volkskrankheit geworden und fast muss man sich schon glücklich schätzen, wenn es nur hin und wieder schmerzt und nicht chronisch, wie bei einer jährlich steigenden Zahl von Patienten.

Der Schreibtisch ist schuld!?

Wer im Büro arbeitet und so den ganzen Tag sitzt, schlimmsten Falls noch auf einem schlechten Stuhl, ist um ein Vielfaches mehr von Rückenschmerzen bedroht als der, der einen Beruf hat, in dem Sitz- und Stehphasen sich abwechseln und auch etwas Bewegung zum Arbeitsalltag gehört, so viel ist bekannt.
Doch die wachsende Zahl an Bürojobs ist nicht der alleinige Grund. Letztlich ist unser gesamter Alltag, in dem es ständig und überall um mehr Komfort geht, mit daran schuld, dass unser Rücken zur Problemzone wird. Zur Arbeit fahren wir lieber mit dem Auto oder der Bahn als mit dem Rad, müssen wir in den 5. Stock, nehmen wir den Aufzug und wird uns irgendeine Arbeit im Haus oder Garten zu viel, finden wir garantiert ohne lange Suche eine elektrische Alternative, die uns die Arbeit abnimmt.
Zudem macht es uns die moderne Medizin nur zu einfach, Schmerzen zu ignorieren bzw. kurzfristig zu lindern, statt der Ursache auf den Grund zu gehen. So verliert so mancher gar sein Gefühl für seinen eigenen Körper und ignoriert Warnsignale viel zu lange.

Vorbeugen ist die beste Medizin

Mit Rückenschmerzen haben Sie (zu gut wie) gar keine Last? Perfekt, dann ist es für Sie sehr leicht, diesen Status auch beizubehalten. Denken Sie einfach im Alltag hin und wieder an Ihren Rücken. Beginnen Sie, indem Sie einen kurzen Alltagscheck machen: Haben Sie eine gerade, gesunde Haltung? Im Sitzen wie im Stehen? Lassen Sie den Fahrstuhl meist stehen und nehmen lieber die Treppe? Achten Sie beim Heben darauf, in die Knie zu gehen, statt die ganze Last in die Lendenwirbelsäule zu übertragen? Sehr gut. Wenn Sie zudem noch genügend Bewegung bekommen bzw. Sport treiben, könnte das schon der ganze Zauber Ihres (exotischen) gesunden Rückens sein.

Was tun bei akuten Schmerzen?

Fängt der Rücken plötzlich an zu schmerzen, sollte man nicht zu lange die Zähne zusammenbeißen, sondern sich schnell fachmännische Hilfe holen. Die Gründe können vielfältig sein. Eine Muskelverspannung, eine Wirbelgelenkblockade, eine Zerrung oder auch eine ernsthafte Verletzung oder Krankheit kommen theoretisch in Frage. Die Einnahme von Schmerzmitteln ist verführerisch, sollte den Gang zum Arzt aber nicht dauerhaft ersetzen.

Und wenn es schon chronisch ist?

Wir sprechen von chronischen Rückenschmerzen, wenn ein Patient über 12 Wochen unter Schmerzen leidet. Ist dies der Fall ist der Rücken vermutlich durch dauerhafte Fehlbelastungen, Verschleiß und eine schwache Muskulatur erheblich geschwächt und daher extrem anfällig für Schmerzen. Ist es soweit gekommen, liegt vermutlich entweder eine krankhafte Veränderung der Wirbelsäule vor oder Ihre täglichen Routinen sind überaus „rückenfeindlich“ und müssen dringend angepasst werden.
Nehmen Sie dies nicht auf die leichte Schulter und ergeben Sie sich auch nicht in Ihr Schicksal. Sollten Sie Pech haben und an einen Arzt geraten, der Ihnen wenig Hoffnung auf Besserung macht und als einzige Behandlung Medikamente vorschlägt, suchen Sie sich einen anderen! In vielen Fällen kann auch ein Physiotherapeut ein ebenso guter Ansprechpartner sein oder auch ein Osteopath.
Fangen Sie aber zu allererst bei sich selber an. Achten Sie auf Ihre Haltung und darauf, wie viel (oder wenig) Sie sich im Alltag bewegen. Einfache Übungen zur Stärkung der Rückenmuskulatur nehmen nicht viel Zeit in Anspruch und lassen sich sehr leicht in den Alltag integrieren. Auch Schwimmen wirkt wahre Wunder. Wie sieht es mit Ihrem Bett aus? Auch eine schlechte Matratze kann den Rücken ganz schön malträtieren.
Achten Sie darauf, wann die Schmerzen am stärksten sind, so bekommen Sie schon einen guten Anhaltspunkt, wo Sie ansetzen sollten.