Superfood – Pflanzliche Nahrungsmittel mit Superkräften?

Superfood ist die Bezeichnung für pflanzliche Lebensmittel, die eine vergleichsweise große Menge an besonders wertvollen Nährstoffen enthalten. Ihnen wird nachgesagt, vor Krankheiten zu schützen und bestehende Krankheiten bekämpfen zu können, sie sollen den natürlichen Alterungsprozess verlangsamen, Falten reduzieren, die Konzentrationsfähigkeit stärken, die Leistungsfähigkeit steigern, fit, schlau, schlank und schön machen. Wie es wirklich um die Wirkung von Lebensmitteln, die als Superfood deklariert werden, bestellt ist und weitere Informationen rund um die vermeintlichen Superhelden unter den Nahrungsmitteln lesen Sie im folgenden Beitrag.

Wann darf ein Nahrungsmittel Superfood genannt werden?

Eine offizielle Definition für den Begriff Superfood existiert nicht und da der Begriff nicht geschützt ist, kann quasi jedes beliebige Lebensmittel als Superfood angepriesen werden; aber im Allgemeinen werden Nahrungsmittel mit diesem verkaufsstrategischen Begriff beworben, die sich durch einen verhältnismäßig hohen Gehalt an wesentlichen Nährstoffen auszeichnen. Grundsätzlich sollte ein Superfood naturbelassen, frei von Schadstoffen sein und vorzugsweise als Bio-Produkt aus einem ökologisch kontrollierten Anbau stammen oder wild gewachsen sein.

Dass die Nahrungsmittel super-gehaltvoll sind bedeutet natürlich nicht gleichzeitig, dass sie auch super-lecker sind, aber da es die Superfoods in vielerlei verschiedenen Variationen gibt, sollte für jeden Geschmack etwas dabei sein. Zu den Superfoods gehören diverse Obst- und Gemüsesorten, Nüsse und Samen, Getreide, Gräser, Kräuter, Wurzeln, Algen und Pilze, die frisch oder getrocknet, als Extrakt, Püree oder Saft oder auch als Nahrungsergänzungsmittel in Form von Pulver, Kapseln oder Tabletten erhältlich sind.

bannanen-nuss-co-300pxChia-Samen, Avocado und Co. – Was leisten Superfoods?

Chia-Samen und Avocados aus Mexiko, Sacha-Inchi-Nüsse und Quinoa-Samen aus Peru, Goji-Beeren aus China und Spirulina-Algen aus Indien – meist werden exotische Früchte, Samen, Nüsse etc. als gesundheitsförderndes Superfood vermarktet. Dieses soll den Körper in großen Mengen wahlweise mit den verschiedensten Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen wie Kalzium und Magnesium, Eisen und Zink, sekundären Pflanzenstoffen mit antioxidativer Wirkung (z.B. Carotinoide und Flavonoide), Proteinen, Ballaststoffen und bzw. oder Omega-3-Fettsäuren versorgen.

Die Samen der Chia-Pflanze beispielsweise, die zur Gattung der Salbei-Pflanzen gehört und bereits bei den Maya, Inka und Azteken als Grundnahrungsmittel auf dem Speiseplan standen, enthalten überdurchschnittlich viel Kalzium, Magnesium und Eisen und sind besonders reich an Omega-3-Fettsäuren, Antioxidantien und Ballaststoffen. Sie genießen den Ruf, echte Energielieferanten zu sein, die Leistungsfähigkeit des Gehirns zu steigern, das Herz zu stärken, Entzündungsprozesse im Körper zu hemmen, die Verdauung zu fördern, beim Abnehmen zu helfen und das Hautbild zu verbessern.

Eine heimische Alternative für Chia-Samen, die z. B. in Teigwaren wie Brot und Gebäck verarbeitet, in einen Salat gegeben oder auch unter das morgendliche Müsli gemischt werden können, sind Leinsamen, die einen ähnlich hohen Gehalt an gesunden Nährstoffen aufweisen. Denn auch wenn im Zusammenhang mit dem Begriff Superfood meist Exoten mit klingenden Namen genannt werden, können auch zahlreiche heimische Lebensmitteln dank ihrer wertvollen Inhaltsstoffe einen Beitrag zu einer gesunden Ernährung leisten und verdienen sich ihren Platz auf der Liste der Superfoods.

beeren-trockenobst-300pxWie super sind Superfoods wirklich?

Wie super Superfoods hinsichtlich ihrer Wirkung auf die Gesundheit tatsächlich sind, lässt sich schwer beantworten, da keine gesicherten wissenschaftlichen Studien über gesundheitsfördernde Effekte vorliegen.

In der Regel weisen als Superfood vermarktete Nahrungsmittel tatsächlich vergleichsweise große Mengen wertvoller Inhaltsstoffe auf. Goji-Beeren aus China enthalten z. B. ebenso wie Açai-Beeren aus Brasilien überdurchschnittlich viele Vitamine und Mineralien sowie Antioxidantien, welche die Zellen vor Schäden durch freie Radikale schützen. Sacha-Inchi-Nüsse sind reich an Vitamin E sowie an Omega-3-Fettsäuren, die gut für das Herz-Kreislauf-System sind. Und die Lucuma-Frucht aus Peru bietet unteranderem viel entzündungshemmend wirkendes Vitamin C.

Ob der Verzehr exotischer Superfoods sich allerdings tatsächlich förderlich auf die Gesundheit auswirkt oder gar eine heilende Wirkung hat, wie es viele Anbieter versprechen, ist nicht bewiesen. Beschränken die Angaben z. B. bezüglich der antioxidativen Wirkung eines Nahrungsmittels sich ausschließlich auf Werte, die im Labor ermittelt wurden, ist noch keine Aussage über die Wirkung im menschlichen Organismus gemacht.

Darüber hinaus gilt zu bedenken: Exotische Superfoods, die unter Idealbedingungen wachsen durften, mögen in frischem Zustand besonders reich an wichtigen Mikro- und Makronährstoffen sein – aber ob sie nach ihrer langen Reise in unseren Supermarkt noch über ihre wertvollen Inhaltsstoffe verfügen, dürfte infrage gestellt werden.

Auch sollte nicht außer Acht gelassen werden, dass zum einen über die Anbaubedingungen vor Ort meist wenig bekannt ist, und zum anderen die langen Transportwege generell eine negative Auswirkung auf die ökologische Nachhaltigkeitsbilanz haben.

Die langen Transportwege mögen darüber hinaus auch der Grund sein, warum viele Superfoods nicht frisch, sondern gefroren, getrocknet, oder in Pulverform angeboten werden. Bei Superfoods in Pulverform mangelt es dann aufgrund fehlender Untersuchungen häufig an genauen Kenntnissen über die enthaltenen Inhaltsstoffe und deren Zusammensetzung, wodurch eine gezielte Nährstoffaufnahme problematisch wird.

johannisbeeren-300px…wenn das Gute liegt so nah

Da exotische Superfoods so eindringlich als wertvolle Nährstoffquellen mit gesundheitsfördernden Wirkungen angepriesen werden, gewinnt man nur allzu leicht den Eindruck, dass Nahrungsmittel ohne einen exotischen Namen und das Etikett „Superfood“ in die Kategorie „ohne Nährwert“ und „ohne Gesundheitsbeitrag“ gehören müssen. Dem ist natürlich nicht so. Tatsächlich hält unsere heimische Lebensmittelvielfalt alles für eine ausgewogene und gesundeErnährung bereit.

Eine heimische Alternative für Goji-Beeren sind beispielsweise Schwarze Johannisbeeren. Sie sind ebenfalls reich an Vitaminen, Mineralstoffen und sekundären Pflanzenstoffen und stärken das Immunsystem, wirken entzündungshemmend und bieten antioxidativen Schutz.Auch Spinat besitzt einen hohen Gehalt an wichtigen Nährstoffen und enthält z. B. blutbildendes Eisen, für den Knochenaufbau wichtiges Kalzium und die Zellneubildung unterstützende Folsäure.

Tatsächlich besteht keine zwingende Notwendigkeit, für eine gesunde Ernährung Avocados oder Papayas aus Mexiko, Lucuma-Früchte aus Peru oder Schisandra-Beeren aus China auf den Speiseplan zu setzen. Denn frische, heimische Superfoods mit kurzen Transportwegen gibt es – und zwar meist wesentlich günstiger als die exotischen Produkte- in Hülle und Fülle. Neben den bereits erwähnten Leinsamen, Schwarzen Johannisbeeren und Spinat sind z. B. auch Äpfel, Hagebutten, Himbeeren, Erdbeeren, Brombeeren, Grünkohl, Blumenkohl, Brokkoli, Sauerkraut, Löwenzahn und Brennnesseln – um nur einige Beispiele zu nennen – sehr gehaltvolle Nahrungsmittel.Nichtsdestotrotz können exotische Superfoods natürlich durchaus eine Bereicherung sein und für Abwechslung auf dem Tisch sorgen.

avocado-smoothie-300pxSuperfood-Rezept: Avocado-Spinat-Smoothie

Die Liste der exotischen und heimischen Superfoods ist lang, und die Möglichkeiten, die nährstoffreichen Lebensmittel in eine leckere Mahlzeit zu verwandelt, sind vielfältig. Hier finden Sie ein Rezept für einen gesunden und leckeren Smoothie.

Die Zutaten:

  • 1 Avocado
  • 100 g Babyspinat
  • 1 große Banane
  • 500 ml ungesüßte Mandelmilch
  • Agavendicksaft (nach Geschmack)

Die Zubereitung:

Nachdem der Babyspinat gewaschen, abgetropft und in Streifen geschnitten ist, wird die geschälte und entsteinte Avocado ebenso wie die geschälte Banane klein geschnitten. Die zerkleinerten Zutaten werden zusammen mit der ungesüßten Mandelmilch in den Mixer gegeben und fein püriert.

Je nach Geschmack kann mit Agavendicksaft gesüßt werden.

 

Tipp: Dank ihres hohen Gehalts an wertvollen Nährstoffen eignen pflanzliche Superfoods sich besonders gut für eine Detox-Kur.

Übrigens: Während Ihrer Detox KUR sollten Sie komplett auf Zucker verzichten. Erfahren Sie hier welche Zuckeralternativen es gibt und ob sie wirklich halten, was sie versprechen.