Albträume: Woher kommen sie und was kann man dagegen tun?

Albträume hat fast jeder schon einmal gehabt. Häufig treten sie in der Kindheit auf, doch auch viele Erwachsene leiden vereinzelt oder gar wiederkehrend unter ihnen. Im Traum erlebt man Dinge, die einem Horrorfilm entstammen könnten und aus denen man schweißgebadet und nervös aufwacht. Albträume beeinflussen jedoch nicht nur die Nacht, sie haben auch Auswirkungen auf den Tag. Wer nachts von Albträumen geplagt wird, wacht unausgeschlafen auf, fühlt sich tagsüber müde, kann sich schlechter konzentrieren und ist weniger leistungsfähig. Problematisch werden Albträume vor allem dann, wenn sie häufiger auftreten oder man sogar jede Nacht darunter leidet.

Die Themen im Überblick:

Was sind Albträume?
Wie und warum entstehen Albträume?
Die besten Strategien, um Albträume zu vermeiden und loszuwerden

Was sind Albträume?

Als Albträume werden Träume bezeichnet, die mit starken negativen Gefühlen, wie Angst, Scham, Trauer, Wut oder Ekel einhergehen. Mitunter sind die Emotionen so stark, dass man vom schlechten Traum mit einer regelrechten Panikattacke aufwacht. Zwar findet man sich nach dem Aufwachen in der gewohnten Umgebung wieder und kann sich schnell orientieren, jedoch bleiben die Erinnerung an den Traum und die Gefühle, die ihn begleitet haben und können das Denken und Fühlen den ganzen Tag lang beeinträchtigen.

Wie eine Umfrage der GfK aus dem Jahr 2007 zeigt, ist der weitaus häufigste Albtraum der Deutschen, in die Tiefe zu stürzen. Viele Menschen, die unter Albträumen leiden, träumen davon, verfolgt zu werden oder sich auf der Flucht zu befinden, sehen sich einer Gefahr ohnmächtig ausgeliefert oder kommen im Traum zu spät zu einem wichtigen Termin. Auch der im Traum erlebte Tod oder das Verschwinden nahestehender Personen sorgen bei vielen für Schlafstörungen.

Albträume können als realistische Träume auftreten, in denen alles so ist, wie es in der Wirklichkeit auch sein könnte. Sie können unrealistischer Natur sein, dann wohnt man plötzlich an einem anderen Ort oder trifft im Traum eine schon längst verstorbene Person. Sie können aber auch als bizarre Träume auftreten und dabei alle Regeln der realen Welt außer Acht lassen.

Wer unter chronischen Albträumen leidet, kommt meistens nicht damit weiter, die Träume zu ignorieren, sondern benötigt psychologische Unterstützung. Albträume werden von Ärzten und Psychologen durchaus als ernstzunehmendes Problem angesehen. In der 10. Revision der internationalen statistischen Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme (ICD-10) sind für die Diagnose Albträume eine Reihe von Kriterien aufgenommen worden. Zu ihnen zählt unter anderem, dass man aus dem Nachtschlaf mit lebhafter Erinnerung an die Angstträume aufwacht und diese von einem Bedrohungserlebnis geprägt sind. Typischerweise treten Albträume in der zweiten Nachthälfte auf und sie verursachen einen deutlichen Leidensdruck.

Wie und warum entstehen Albträume?

Das Wort „Albtraum“ ist der nordischen Mythologie entlehnt. In ihr ist der Alb ein Naturwesen, das meistens als positiv und licht beschrieben wird. Ein bedeutendes Zeugnis für die Herkunft und Verwendung des Begriffes Alb ist die Snorra-Edda, die als wichtiges literarisches Werk gilt, das die nordische Mythologie überliefert. In ihr werden Alben nach Lichtalben und nach Schwarzalben unterschieden, wobei erstere schön, Schwarzalben jedoch schwarz wie Pech sind. Im Mittelalter werden dem Alb negative Eigenschaften zugeschrieben und er wird als nächtlicher Bösewicht betrachtet, der sich auf die Brust des Schlafenden setzt und ihm hierdurch Albträume verursacht. Das daraus resultierende Gefühl beschreibt, was man empfindet, wenn man nachts aus seinen gruseligen Träumen erwacht.

Inzwischen ist längst klar, dass es keine Fabelwesen sind, die die schlechten Träume verursachen. Dennoch ist umstritten, woher die Albträume kommen. Manche Wissenschaftler gehen davon aus, dass sie ein unwillkürliches Produkt bunt zusammengewürfelter Bilder sind, andere sehen Albträume als Spiegel unbewusster Konflikte. Viele Forscher sind mittlerweile davon überzeugt, dass im Traum tagsüber Erlebtes verarbeitet wird. Prüfungsangst, Konflikte auf dem Schulhof oder mit dem Partner oder ein cholerischer Chef schlagen sich dann in den Träumen nieder. Ein Grund kann aber auch ein Trauma sein, das unverarbeitet geblieben ist und posttraumatische Albträume verursacht. Als weitere mögliche Ursachen werden in der Literatur zudem psychische Störungen wie Depressionen oder Schizophrenie genannt, aber auch eine Schlafapnoe oder Medikamente sowie das Narkosemittel Propofol können Albträume verursachen.

Die besten Strategien, um Albträume zu vermeiden und loszuwerden

Albträume muss man keinesfalls als gegeben hinnehmen. Obwohl das Thema in der Psychotherapie lange vernachlässigt wurde und nur die wenigsten wegen ihrer Albträumen zum Arzt gehen, sind heute wirksame Strategien dagegen bekannt. Strategien gegen Albträume sind darauf ausgerichtet, den Leidensdruck zu verringern, nicht in erster Linie, die Träume zu deuten.

Gegen Albträume helfen verschiedene Therapien. So gelten Entspannungsverfahren, wie die progressive Muskelrelaxation, als wirkungsvoll. Sie können einerseits den Stress als Auslöser minimieren, andererseits aber auch die Folgen von Albträumen mindern. Besonders bekannt geworden ist jedoch auch die Imagery Rehearsal Therapy (IRT), die in den vergangenen Jahren auch in Deutschland eingeführt wurde. Sie geht wie bei anderen Therapien gegen Ängste davon aus, dass eine Konfrontation wirkungsvoll ist. Die Betroffenen lernen, sich ihren Angstauslösern zu stellen und die Träume aktiv abzuwandeln. Dafür versetzen sie sich im Rahmen der Therapie in den Traum hinein und überlegen, wie sie ihn verändern könnten, sodass er ein gutes Ende nimmt. Den derart veränderten Traum üben sie über zwei Wochen täglich ein. So wird den erlebten Albträumen der Schrecken genommen und auch, wenn neue Albträume auftreten, werden diese nach der Therapie nicht mehr als derart belastend und beängstigend erlebt.

Wer nicht von chronischen Albträumen geplagt wird und sich im Alltag nicht durch gelegentliche oder seltene Angstträume beeinträchtigt fühlt, kann ähnlich gegen das nächtliche Schreckgespenst vorgehen. Hilfreich ist, gleich nach dem Aufwachen mit jemandem über den Traum zu sprechen und so eine Konfrontation mit den Ängsten herbeizuführen. Alternativ bietet es sich an, ein Traumtagebuch zu führen. Hierfür hat man neben dem Bett am besten jederzeit ein Notizbuch und einen Stift parat. Wer seine Albträume notiert, behält zudem besser den Überblick darüber, wie oft sie wirklich auftreten. Man kann sich tagsüber auch selbst positive Ausgänge für die Albträume vorstellen und immer wieder einüben und so die Techniken der Imagery Rehearsal Therapy anwenden. Sind die Albträume jedoch chronisch oder mit anderen psychischen Störungen, wie einem Trauma, verbunden, sollte man sich unbedingt an einen Experten wenden. Eine psychologische oder psychotherapeutische Behandlung wird auch in einem solchen Fall von den Krankenkassen übernommen.

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