Die größten Mythen der Fettverbrennung

Irrglaube oder Wahrheit – wie viel ist dran an den Mythen hinsichtlich Fettverbrennung, die unter Freizeitsportlern und Lauffreundenkursieren? Gerade der sogenannte Fettverbrennungspuls im Ausdauersport ist ein Mythos, der nicht totzukriegen ist. Wie sinnvoll die sogenannten Abnehmtipps sind und was Sie besser nicht glauben sollten, haben wir für Sie im Überblick zusammengefasst.

Mit Fettverbrennungspuls nehme ich am meisten ab!? Irrglaube!

Richtig ist, dass bei einer niedrigen Pulsfrequenz von 110 bis 130 Schlägen pro Minute, dem sogenannten Fettverbrennungspuls, das Verhältnis zwischen Fettverbrennung und Kohlenhydratverbrennung zugunsten der Fettverbrennung ausfällt. Wer in diesem Bereich trainiert, nimmt seine Energie zu 60 Prozent aus der Fettverbrennung und zu 40 Prozent aus der Glukoseverbrennung. ABER: Bei geringerer Belastung beträgt die absolut verbrauchte Menge an Fett weniger als bei stärkerer Belastung. Wer langsam läuft, verbraucht etwa 8 kcal pro Minute, hiervon kommen ca. 5 kcal (60 %) aus der Fettverbrennung. Bei mittlerer Laufgeschwindigkeit werden ca. 16 bis 18 kcal die Minute verbrannt. Obwohl das Verhältnis sich umkehrt und nun nur noch 40 Prozent der Energie aus der Fettverbrennung und 60 Prozent aus der Glukoseverbrennung gezogen werden, werden pro Minute etwa 7 kcal verbraucht. Fazit: Je mehr wir uns also fordern, desto höher ist die Fettverbrennung und somit der Fettabbau.

Erst nach 30 Minuten Training kommt die Fettverbrennung in Gang!? Irrglaube!

Wir verbrauchen ab dem ersten Schritt Fett, selbst wenn wir langsam laufen. Beim Sport greift der Körper von Anfang an auf alle Energiespeicher zu. Dies geschieht gleichzeitig, aber nicht gleichmäßig: Am Anfang sind vor allem Kohlenhydrate leicht verfügbar, die Fettverbrennung ist noch gering.Unser Körper muss sich quasi erst „warmlaufen“. Der Verbrauch aus der Fettverbrennung steigt von Meter zu Meter,bis der Fettstoffwechsel stärker im Vordergrund steht und mehr Energie aus dem Fettspeicher bereitgestellt wird. Nach 20 bis 30 Minuten Lauftraining erreichen wir die optimale Fettverbrennung.

Langsames Laufen ist nur was für Übergewichtige!? Irrglaube!

Generell gilt, dass Anfänger und Übergewichtige ihr Lauftraining langsam angehen lassen und sich nicht gleich zu Beginn überfordern sollten. Denn ein moderates Training kann länger durchgehalten werden und so zu den gewünschten Erfolgen führen. Im Fettstoffwechselbereich bei gemäßigtem Tempo trainieren aber auch Ausdauersportler. Nicht weil Sie abnehmen möchten, sondern damit ihr Körper so lange wie möglich seine Energie aus den Fettreserven holt und die Kohlenhydratspeicher nicht antastet. Denn diese reichen nur für etwa anderthalb Stunden, während man mit der Energie aus den Fetten theoretisch stundenlang laufen könnte – ideale Voraussetzungen für einen Marathonläufer.

Nach dem Sport profitiert der Körper vom Nachbrenneffekt!? In der Tat!

Tatsächlich ist der Nachbrenneffekt nach dem Training messbar. Der Körper zieht die benötigte Energie hierbei hauptsächlich aus den Fettreserven. Denn unsere Muskeln verbrennen auch Fett im Ruhemodus, umso mehr und länger, je stärker sie während des Trainings beansprucht wurden. Neben Intensität und Dauer dersportlichen Betätigung, bestimmen die verfügbaren Energiespeicher, wie lange unser Körper Fett verbrennt. Nach einem Marathonlauf kann der Nachbrenneffekt z.B. einen ganzen Tag lang anhalten. Individuell ist sehr unterschiedlich wie viele Kalorien beim Nachbrenneffekt verbrannt werden.Allgemein lässt sich aber sagen, dass etwa 15 Prozent des Energieverbrauchs beim Training im Nachhinein verbrannt werden.

Mit einem Sprint das Lauftrainingabschließen!? Irrglaube!

Für den Körper bringt ein Sprint am Ende des Laufens gar nichts. Eher im Gegenteil, denn ein Sprint ist immer eine Kraftexplosion und dem Körper fehlen nach der vollbrachten Anstrengung die Kraftreserven. Die Muskeln sind müde, das Zusammenspiel der körpereigenen Fasern funktioniert nicht mehr einwandfrei, Verletzungen können die Folge sein. Durch den Adrenalinschub zum Schluss des Trainings kann auch die entspannende Wirkung des Laufens verpuffen. Wenn, dann sollten Sie Sprints am Anfang nach dem Warmlaufen in das Training einplanen, denn dann sind Sie ausgeruht und können sich besser auf Ihre Koordination konzentrieren.