Medizinische Massagearten

Welche es gibt und wie sie uns Gutes tun können

In Zeiten, in denen Wellness in aller Munde ist, gerät der ursprünglich medizinischer Ansatz einer Massage schon fast in den Hintergrund. Wer an eine Massage denkt, dem kommen oft als erstes Assoziationen wie Entspannung und wohlige Verwöhnung in den Sinn. Völlig zu Recht, denn in der Tat gibt es kaum eine bessere Methode, richtig abzuschalten und den Kopf freizubekommen als durch eine intensive und wohltuende Massage. Allerdings gibt es neben diesen sogenannten Wellness-Massagen auch verschiedene Formen der medizinischen Massage, deren heilende Wirkung wissenschaftlich absolut anerkannt ist und die in der klassischen Medizin zur Linderung diverser Beschwerden zum Einsatz kommen. Hier einige Beispiele.

Die klassische Massage kommt zur Linderung diverser Beschwerden zum Einsatz und wird in vielen Fällen ärztlich verordnet und von Krankenkassen übernommen. Entsprechend dürfen medizinische Massagen auch noch von ausgebildetem Fachpersonal durchgeführt werden und sind unter Umständen auch nicht immer nur angenehm, sondern können schon mal als etwas schmerzhaft empfunden werden, ehe ihre schmerzlindernde Wirkung eintritt.
Der Grund dafür ist primär, dass diese Massagen immer genau an der Stelle ansetzen, von der der akute Schmerz ausgeht. Nach sanften Streichungen, mit denen der Masseur sich einen Eindruck vom Gewebe macht, werden die Griffe zunehmend intensiver, um durch Reiben, Kneten, Vibrieren und Klopfen tief in die Gewebeschichten einzudringen. So können nicht nur tiefsitzende Verspannungen gelöst und die Durchblutung angeregt werden. Intensive Massagen dieser Art können Stauungen des Lymphbereichs und des Zellgewebes beheben und kommen ebenso zum Einsatz, um Verklebungen in vernarbtem Gewebe zu lockern oder lösen. Zuletzt bleibt die wohl wichtigste Wirkung zu nennen, die im Grunde eher ein Nebeneffekt dieser Behandlung ist: Viele Arten von Schmerzen können durch klassische Massage gelindert oder ganz behoben werden.

Die Lymphdrainage hat das Ziel, das Lymphsystem zu aktivieren. Sie kommt als Ödem- und Entstauungstherapie zum Einsatz, um geschwollene Körperregionen abzuschwellen, besonders nach einer Operation oder anderweitigen Traumata. Dazu wird eine Bewegung der Lymphflüssigkeit in der (Unter-)Haut durch verschiedene Massagetechniken forciert. Durch im Gewebe gestaute Zellflüssigkeit bedingte Schwellungen können auf diese Weise wirksam behandelt und Schmerzen gelindert werden. Die Lymphdrainage kommt bei verschiedenen orthopädischen Verletzungen (Zerrungen, Verstauchungen etc.) sowie auch bei Schleudertramata, Verbrennungen und verschiedenen Schmerzsyndromen zum Einsatz. Nach Operationen kann die Heilung beschleunigt werden.
Richtig angewandt kann diese Massageart tolle Erfolge erzielen. Wichtig ist aber, dass sie fachmännisch vorgenommen und wird und auch angebracht ist. Eine Lymphdrainage sollte also immer nur nach Absprache mit einem Arzt erfolgen.

Die Colonmassage ist eher unbekannt, daher aber nicht weniger wirkungsvoll. Durch eine gezielte Massage des Bauchraums können Krämpfe gelindert und die Verdauung angeregt werden. Mit fließenden Bewegungen, mit denen insgesamt fünf verschiedene Behandlungspunkte angesprochen werden, wird auf sehr sanfte Weise der Magen-Darm-Trakt stimuliert. Vor einer Behandlung sollte die Blase geleert werden und man sollte nicht zu viel essen.
Diese Art der Behandlung ist verschreibungspflichtig und sollte unbedingt nur vom Fachmann vorgenommen werden. Richtig ausgeführt kann sie bei chronischer Verstopfung aber sehr gute Ergebnisse erzielen und bietet eine sanfte Alternative zu Abführmitteln.